Südwest Presse: Kommentar zur Studie zu Erbschaften in Deutschland
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Wer viel hat, besitzt besonders gute Chancen, sein Vermögen durch
eine Erbschaft kräftig zu steigern. Ganz neu ist diese Erkenntnis
nicht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) unterlegt
sie mit Zahlen, die sich prächtig für den Wahlkampf eignen: Mit der
unglaublichen Zahl von bis zu 400 Milliarden pro Jahr rechnen die
Berliner Forscher, und die werden sehr ungleichmäßig verteilt. Näher
besehen sind die Berechnungen des DIW allerdings ziemlich
willkürlich. Erbschaften werden schon heute nur zum Teil statistisch
erfasst. Außen vor bleibt, wenn durch die hohen Freibeträge keine
Steuer anfällt, und das trifft häufig zu. Zwar steigt das Vermögen
von Senioren weiter an. Aber einiges verbrauchen sie auch, um den
Lebensstandard zu halten. Für das DIW sind die Ergebnisse neue
Munition für seine schon lange erhobene Forderung, die
Erbschaftsteuer zu erhöhen. Dabei wurde gerade erst eine ebenso
mühsame wie komplizierte Reform beschlossen. Ob die gerecht ist,
lässt sich trefflich streiten. Aber ständige Diskussionen
verunsichern gerade Besitzer von Familienbetrieben unnötig.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
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Datum: 05.07.2017 - 19:06 Uhr
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