NABU: Vorschlag zur Glyphosat-Wiederzulassung missachtet schädliche Folgen für Natur
ID: 1509976
bekannt gewordenen Vorschlag der EU-Kommission zur Wiederzulassung
von Glyphosat. Er missachtet die negativen Auswirkungen des
Pflanzenschutzmittels auf Tiere und Pflanzen. Auch sieht der Entwurf
weder eine Beschränkung der Privat-Anwendung im Haus- und
Kleingartenbereich vor noch ein Verbot des Abspritzen von reifem
Getreide zur erleichterten Ernte. Bei Anwendung von Glyphosat auf
städtischem Grün, wie Parkflächen und Kinderspielplätzen, wird
lediglich empfohlen, die Anwendung zu reduzieren - anstatt sie zu
verbieten. Am kommenden Mittwoch soll der Vorschlag dem
EU-Agrarausschuss zur Abstimmung vorgelegt werden.
"Inzwischen besteht kein Zweifel mehr daran, dass Glyphosat eine
ganze Reihe schädlicher Auswirkungen auf die Natur hat. Der jetzige
Vorschlag ist eine Enttäuschung für den Umwelt- und Naturschutz in
Europa. Außerdem wird der falschen Anwendung im Haus- und
Kleingartenbereich weiter Tür und Tor geöffnet", kritisierte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Der NABU appellierte an die
Bundesregierung, die Vermeidung negativer Folgen für die biologische
Vielfalt zur Bedingung einer Wiederzulassung zu machen. Die Anwendung
im Privatbereich muss nach Ansicht der Naturschützer gänzlich
verboten werden.
Jährlich werden allein in Deutschland bis zu 8.000 Tonnen
Glyphosat ausgebracht. Auf fast der Hälfte aller landwirtschaftlichen
Flächen findet das Breitbandherbizid Anwendung. Dabei schädigt es
auch seltene Ackerwildkräuter und Insekten, die wiederum
Nahrungsquelle zahlreicher, teils gefährdeter Feldvögel sind.
"Glyphosat zerstört ganze Nahrungsnetze. Das Pflanzengift heizt damit
auch massiv dem Verlust der biologischen Vielfalt in der
Landwirtschaft ein", so Miller.
Tierarten wie Goldammer, Vierfarbige Kuckuckshummel oder Großer
Abendsegler, aber auch Ackerwildkräuter wie das Rundblättrige
Hasenohr, die Gewöhnliche Kornrade oder der Lämmersalat stünden
stellvertretend für alle Arten, an deren Rückgang Glyphosat Anteil
habe. Zudem sieht der jetzige Entwurf keinen Ausgleich zur
Kompensation des Glyphosat-Einsatzes vor, wie etwa Blühstreifen oder
Brachflächen. Eine Verlängerung der Zulassung widerspräche darüber
hinaus der EU-Pestizid-Verordnung. In ihr ist die biologische
Vielfalt als eigenständiges Schutzgut im Pflanzenschutzrecht
festgeschrieben.
Der NABU ruft aktuell in einer Online-Meldeaktion dazu auf,
Händler zu melden, die Glyphosat oder ähnliche Mittel verkaufen, etwa
lokale Bau- oder Gartenmärkte oder Online-Händler. Ziel ist es, nach
zahlreichen Baumärkten, nun auch die Online-Händler dazu zu bewegen,
glyphosathaltige Mittel aus ihrem Sortiment zu nehmen:
www.NABU.de/glyphosat-melden
Kostenfreie Pressefotos zu Glyphosat:
www.NABU.de/presse/pressebilder
Pressekontakt:
Für Rückfragen:
Till-David Schade, NABU-Experte für biologische Vielfalt,
mobil: 0172-5254436, E-Mail: till-david.schade@NABU.de
NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de
Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.07.2017 - 09:28 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1509976
Anzahl Zeichen: 3625
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 247 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: Vorschlag zur Glyphosat-Wiederzulassung missachtet schädliche Folgen für Natur"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Berlin (voices) Pauline Schur, Teamleiterin Klima & Verkehr (NABU-Bundesverband) zum Themen-Impuls: Tempo 30: kleines Schild, große Debatte – wie viel Verkehrswende steckt wirklich drin?. Pressekontakt: Julian Bethke Pressesprecher +4915259189658 Julian.Bethke@nabu.de Copyright: NABU
Tag des Grundgesetzes (23.5.): Naturschutz und Demokratie gehören zusammen / Ehrenamt zeigt, wie lebendig unsere Demokratie ist ...
Zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai betont der NABU (Naturschutzbund Deutschland) die Bedeutung demokratischer Beteiligung und eines starken Rechtsstaats. "Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Gesellschaft aktiv mitgestalten. Genau das passiert jeden Tag im N
Wo sind unsere Igel und Maulwürfe? / Vom 20. bis 30. September nach den heimlichen Gartenbewohner schauen und sie melden ...
Maulwürfe und Igel leben in vielen Gärten. Trotzdem bekommt man sie selten zu Gesicht. Vom 20. bis 30. September sind alle dazu aufgerufen, genauer hinzuschauen und die heimlichen Garten- und Parkbewohner zu melden. "Wer mitmacht, leistet einen Beitrag zum Artenschutz", sagt Milena Still
Weitere Mitteilungen von NABU
Süßigkeiten | Hypnose | Dr. phil. Elmar Basse ...
Ist das Naschen eine Ersatzbefriedigung, wie es oft zu lesen ist? Der Hypnosetherapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie Dr. phil. Elmar Basse von der Praxis für Hypnose Hamburg hat an dieser Formulierung Zweifel. Denn sie stellt, so erläutert Elmar Basse, eine Verkürzung und Vereinfachung de
Überschätzte Frühchen - Späte Frühgeborene haben oft einen schwierigen Start - Was hilft ihnen und ihren Müttern? ...
Sie wirken fast wie normale Neugeborene, und doch brauchen späte Frühchen besondere Fürsorge. "Diese Kinder werden am Anfang fast immer überschätzt - von den Eltern und vom Personal in der Klinik", erläutert die Berliner Hebamme Corinna Lenné im Apothekenmagazin "Baby und Fam
Mobile Massage am Arbeitsplatz - In Hamburg kommt die Massage ins Büro ...
"Immer mehr Firmen möchten ihren Mitarbeitern etwas Besonderes bieten - etwa eine regelmäßige Rückenmassage direkt vor Ort im Büro. Ein moderner Arbeitsplatz oder eine gesponserte Mitgliedschaft im Fitness-Studio reichen heute einfach nicht mehr aus, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. S
Blick hinter die Berliner Kongress-Kulissen ...
Führende Kongressveranstalter zu Besuch auf der Site Experience bei der Messe Berlin Die Messe Berlin hatte eingeladen und nahezu alle kamen: Vertreter von 17 internationalen Verbänden aus der Kongressindustrie trafen sich am 10. und 11. Juli in Berlin um bei einem internationalen Großkong




