Allg. Zeitung Mainz: Pflichten / Kommentar zu Populismus / Von Reinhard Breidenbach
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sind enttäuscht von der Demokratie, aber keine Demokratie-Feinde. So
steht es in einer Studie. Ein bisschen von allem - aber ist es nicht
gerade das, was den Populismus prägt? Haben wir es also mit einer
populistischen Studie zu tun? Die Friede, Freude, Eierkuchen
vorgaukelt, etwa, wenn sie darlegt, mit radikalen Thesen könnten
Politiker hierzulande beim Großteil der Wähler nicht punkten? Das ist
der falsche Ansatz, denn: Sind zehn Prozent AfD nicht genug? Sind
Pegida-Umtriebe mit stilisiertem Galgen für Merkel nicht genug? Gar
nicht zu reden von 34 Prozent für Marine Le Pen bei der
Präsidentschaftswahl und 51 Prozent für den Brexit. Und Geert Wilders
in den Niederlanden und die FPÖ in Österreich sind immer für schlimme
Überraschungen gut. Populismus ist ab einem gewissen Härtegrad - oder
sollte man eher sagen: Dummheitsgrad? - deshalb gefährlich, weil er
dann die Vorstufe zum Rassismus ist und zur Demagogie. Und dann kann
das passieren, was in den USA mit der Trump-Wahl passierte. Jeder hat
das Recht, wenn nicht die Pflicht, sich kritisch mit Politik und
ihren Protagonisten zu befassen. Aber jeder hat auch die Pflicht,
sich größtmögliche Mühe zu geben, damit derlei nicht in hohlen
Parolen und Gehässigkeiten mündet. Es ist erst 70 Jahre her, dass den
Deutschen, zumindest denen im Westen, die Demokratie zurückgegeben
wurde. Wir nehmen sie als absolut selbstverständlich, was sie in
vielen Teilen der Welt nicht ist. Sie ist mit kritischer
Aufmerksamkeit, aber pfleglich zu behandeln.
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Datum: 25.07.2017 - 20:00 Uhr
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