neues deutschland: Schizophrenie der EU-Flüchtlingspolitik kommentiert: Seenotstand
ID: 1517448
wenn sie Menschen beim Ertrinken ertappt. Das bringt sie in eine
schizophrene Lage. Denn Flüchtlinge geraten im Mittelmeer andauernd
in Seenot, weil ihnen andere Wege nach Europa versperrt sind. Die EU
hat sie versperrt, während sie gleichzeitig die tödlichen Folgen
daraus beklagt und dafür Schuldige sucht. Die Schlepper und seit
einiger Zeit auch die Flüchtlingshelfer mit ihren Schiffen im
Mittelmeer sind es, die die EU für die steigende Zahl der Flüchtlinge
und damit indirekt auch der ertrunkenen Flüchtlinge verantwortlich
macht. Obwohl inzwischen 40 Prozent der Geretteten ihr Leben diesen
Helfern verdanken. Dass letztere quasi als Taxi in die EU agieren,
lautet der absurde, jedoch teils ganz offene Vorwurf. Denselben
Vorwurf könnte man auch Einsatzkräften machen, die Menschen aus
angezündeten Flüchtlingsheimen zu retten versuchen. Es entscheidet
schließlich nicht die Entfernung der Menschen vom Ziel ihrer Flucht,
ob sie ein Recht darauf haben, gerettet zu werden. Darum ist es
hilfreich, dass der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages
klarstellt: Das Völkerrecht gilt auch dann, wenn die EU sich in
politischer Bredouille befindet. Der Verhaltenskodex, den das
hoffnungslos überforderte Italien den Flüchtlingshelfern abverlangt,
ist unnütz bis völkerrechtswidrig. Um dem Verdacht der Schleuserhilfe
zu entgehen, sollen die Helfer ihr Einverständnis zu rechtswidrigen
Auflagen auf See erklären. Das ist so schizophren wie die
EU-Flüchtlingspolitik selbst. Und womöglich genauso tödlich.
Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.08.2017 - 17:44 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1517448
Anzahl Zeichen: 1931
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 320 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"neues deutschland: Schizophrenie der EU-Flüchtlingspolitik kommentiert: Seenotstand"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
neues deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Tageszeitung "neues deutschland" erscheint von diesem Montag an wochentags mit neuem Layout und unter dem Titel "nd.DerTag". Die Wochenendausgabe heißt schon seit fast zwei Jahren "nd.DieWoche". Die Zeitung, die weiterhin als "Sozialistische Tageszeitung"
Viele Berliner Gewerbemieter beantragen Mietstundungen ...
Fast ein Viertel aller Gewerbemieter der Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM haben für Mai und Juni eine Mietstundung beantragt. Darüber berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "neues deutschland". Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsver
"neues deutschland": EU-Abgeordnete Demirel: Mindestlohn unter zwölf Euro bedeutet Armutslohn ...
Die Europaabgeordnete der LINKEN Özlem Alev Demirel hat sich für eine schnelle Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland auf wenigstens zwölf Euro pro Stunde ausgesprochen. "Alles andere bedeutet Armutslohn", sagte die Abgeordnete, die u.a. im Sozialausschuss des EU-Parlaments tätig is
Weitere Mitteilungen von neues deutschland
US-Sanktionen gegen Russland - ein Schlag gegen die Freiheit ...
"Niemand denkt an die Folgen - es geht ausschließlich darum, innenpolitische Punkte zu sammeln", stellt der Publizist Jeffrey Tucker angesichts der neuen US-Sanktionen gegen Russland, die der Kongress jüngst beschlossen hat, fest. In seinem neusten Beitrag auf www.misesde.org analys
Außenminister Gabriel im stern über die Türkei-Krise: "Mir blutet das Herz dabei" ...
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat im Gespräch mit dem Magazin stern, das an diesem Donnerstag erscheint, die türkische Regierung ungewöhnlich scharf kritisiert. "Das Kernproblem bleibt, dass sich die Türkei von der Demokratie entfernt", erklärt Gabriel gegenüber stern
Rheinische Post: Kommentar / Die Trump-Show = Von Gregor Mayntz ...
Die Zustände im Weißen Haus unter Donald Trump erinnern nicht mehr nur an eine TV-Seifenoper mit Fieslingen, Intrigen und derben Sprüchen. Sie bilden selbst eine. Da betreibt der Kommunikationschef die Demontage des Stabschefs, und postwendend kickt der neue Stabschef den Kommunikationschef au
Westdeutsche Zeitung: Kommentar zu den USA: Präsident Nichtsnutz ...
Von Ekkehard Rüger Nein, das ist nicht zum Lachen. Und das Weiße Haus ist auch keine Soap Opera zur Unterhaltung eines Weltpublikums. Es ist die Schaltzentrale der noch immer größten Militärmacht der Welt und Sinnbild einer traditionsreichen Demokratie. Dass diese Schaltzentrale derzeit




