Neue Westfälische (Bielefeld): Trump macht Kongress für Russland-Krise verantwortlich
Dummheit rächt sich
Dirk Hautkapp, Washington
ID: 1517465
unzufrieden mit der Amtsführung von Donald Trump. Über die Hälfte
schämt sich nach einer aktuellen Umfrage sogar für ihren Präsidenten.
Und für das, was er in sechs Monaten aus den Vereinigten Staaten
gemacht hat: eine globale Lachnummer. Je kürzer die Abstände zwischen
seinen Lügen, skandalösen Auftritten und scheiternden Projekten wird,
desto häufiger verliert Trump den Kompass für Anstand. Ihm liegen die
Nerven blank. Er macht keine Unterschiede mehr zwischen Freund und
Feind. Dem Kongress jetzt die Alleinschuld für das zerrüttete
Verhältnis mit Russland anzudichten, das Parlament gegenüber dem
Wahlvolk in Sachen Gesundheitsreform als Versagerveranstaltung
abzukanzeln und sich über die Volksvertreter zu erheben ("Ich kann
bessere Deals machen"), verrät nicht nur Trumps grenzenlose Ignoranz
gegenüber den Institutionen. Es ist angesichts seines katastrophalen
Ansehens in weiten Teilen der republikanischen Partei
selbstmörderisch. Die mit ihren Dämonen auf unvereinbaren
ideologischen Flügeln kämpfenden Konservativen hätten Trump bei den
Russland-Sanktionen keine Handschellen angelegt, wenn der Präsident
nicht über Monate gegen alle Vernunft und Fakten penetrant
Liebesgrüße nach Moskau gesendet hätte. Dummheit rächt sich. Seine
eigenen Leute zu beschimpfen, ob auf Twitter oder in Wutbürger-Reden,
wird die Bereitschaft der Republikaner weiter sinken lassen, Trumps
Aussetzer noch länger schönzureden. Im Falle eines
Amtsenthebungsverfahrens kann das zum Sargnagel werden. Manchmal hat
man den Eindruck: Genau darauf legt Donald Trump es an.
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Datum: 03.08.2017 - 20:00 Uhr
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