Westfalenpost: Kommentar zu Schröder/Rosneft
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die Tatsache, dass Altkanzler Gerhard Schröder per Regierungsdekret
für einen Vorstandsposten bei dem russischen Energiekonzern
vorgeschlagen wurde. Präsident Wladimir Putin, den Schröder einst als
"lupenreinen Demokraten" adelte, lässt alte Kumpel halt nicht hängen.
Was macht es schon, dass Rosneft nur wachsen konnte, weil Michail
Chodorkowski, Putin-Kritiker und Chef einer privaten
Konkurrenz-Firma, nach einem Schauprozess für zehn Jahre ins
Gefängnis gesteckt wurde... Selbstverständlich ist diese Personalie
aber mehr als ein Freundschaftsdienst: Hier geht es knallhart um
politisches Kalkül. Putin braucht Leute im Westen, die sich bei der
Ukraine-Politik auf seine Seite schlagen und die EU-Sanktionen gegen
Russland möglichst aus den Angeln heben. Auf den gut vernetzten
SPD-Politiker aus Deutschland ist in dieser Hinsicht Verlass; er
entwickelt erstaunlich viel Verständnis für das völkerrechtswidrige
Vorgehen der Russen. Gerhard Schröder macht längst seine eigene
Politik. Niemand kann ihm verbieten, den lukrativen Rosneft-Job
anzutreten. Allerdings sollte er sich bewusst sein, dass er damit
einen neuen Tiefpunkt der politischen Moral markieren würde.
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Datum: 13.08.2017 - 20:14 Uhr
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