FZ: Crash nach langem Sinkflug
Kommentar der Fuldaer Zeitung (Mittwochausgabe) zur Insolvenz von Air Berlin:
ID: 1520662
ist ein Paradebeispiel dafür, wie man in aller Ruhe und vor aller
Augen ein Unternehmen zugrunde wirtschaftet. Jetzt endlich hat die
Fluggesellschaft Insolvenz angemeldet, nachdem Anteilseigner Etihad
den Geldhahn zugedreht hatte. Retter, Kritiker und neunmalkluge
Politiker sind nach dem Absturz schnell zur Stelle. Die
Bundesregierung unterstützt Air Berlin mit 150 Millionen, um den
Flugbetrieb bis November aufrecht zu erhalten. Bis dahin rechnet man
mit einer Lösung. Die könnte mit der Teilübernahme durch die
Lufthansa, die nach der Insolvenz die Schulden von 1,2 Milliarden
Euro nicht übernehmen muss, gelingen. Die einschlägigen
Gewerkschaften wollen allerdings eine Zerschlagung des Unternehmens
nicht mitmachen. Eine Alternative oder neues Geld präsentieren sie
nicht. Natürlich steuert auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sein
politisches Scherflein mit Allgemeinplätzen bei: Die SPD werde
Verhandlungen "aufmerksam begleiten" und es müsse "ruhig gehandelt
werden". Vielleicht hätte die SPD als Regierungspartei schon früher
unruhig werden sollen angesichts des Air-Berlin-Dramas. Dann wären
durch ihr Drängen auf rechtzeitige Übernahme gesunder
Unternehmensteile durch solide Investoren die Verluste möglicherweise
geringer geblieben. Da ist die Warnung von FDP-Chef Christian Lindner
vor einer Dauerfinanzierung des Unternehmens durch den Steuerzahler -
der jetzt bereits mit dem Bundeskredit dabei ist - schon konkreter.
Die könnte drohen, wenn der Deal mit der Lufthansa und anderen
Interessenten nicht zustande kommt. Immerhin ist die Insolvenz in
Eigenverwaltung eine Variante, die auf Erhalt und Sanierung des
Unternehmens abzielt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings
gering und darf keinesfalls auf Kosten der Steuerzahler vor sich
gehen. Eng könnte es für die 7200 Mitarbeiter von Air Berlin werden.
Die haben sich nach Jahren ständiger Strategiewechsel, die mit dem
größenwahnsinnigen Expansionskurs von Achim Hunold begannen und mit
einer Phalanx unfähiger "Sanierer" weitergingen, schon lange nicht
mehr wohlgefühlt in ihrem Unternehmen. Jetzt sind ihre Jobs akut
bedroht. Kleine Fische sind dagegen die Sorgen der privaten
Ticketkäufer, die, wenn Retter und Investoren aussteigen, ihr Geld
wohl nicht zurückbekommen, wird doch Großgläubigern wie Etihad
Vorrang eingeräumt. Abgesichert sind nur Pauschalreisende. Ironie des
Schicksals, dass ausgerechnet Air Berlin, die mit dem
"Mallorca-Shuttle" groß wurde, im Jahr des größten Booms der
Ferieninsel abstürzt.
Pressekontakt:
Fuldaer Zeitung
Volker Feuerstein
Telefon: 0661 280-301
volker.feuerstein@fuldaerzeitung.de
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Datum: 15.08.2017 - 18:14 Uhr
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