Meurer: "Frau Nahles hat recht. Stillstand und Nichtstun sind grob fahrlässig"

Meurer: "Frau Nahles hat recht. Stillstand und Nichtstun sind grob fahrlässig"

ID: 1524797
(ots) - bpa-Präsident erneuert angesichts der neuen Zahlen
zum Fachkräftemangel seine Forderung nach einer flexibleren
Fachkraftquote in der Altenpflege

Das Bundeskabinett hat sich heute mit der Sicherung der Fachkräfte
in Deutschland befasst. Dazu legte das Bundesarbeitsministerium einen
Fortschrittsbericht 2017 vor und Bundesarbeitsministerin Andrea
Nahles sagte, dass "Stillstand und Nichtstun in Anbetracht des
Wandels der Arbeit der Zukunft grob fahrlässig" seien. Der Bericht
macht deutlich, dass vor allem in Gesundheits- und Pflegeberufen
sowie technischen Berufen akademische und nichtakademische Fachkräfte
knapp sind. Dazu erklärt bpa-Präsident Bernd Meurer:

"Frau Nahles hat recht. Stillstand und Nichtstun sind gerade in
der Altenpflege grob fahrlässig. Leider hat sich bis heute wenig beim
Thema Fachkräftesicherung getan. Da ist der Fortschrittsbericht eher
eine Stillstandsbeschreibung. Schon jetzt stehen Dienste und Heime
mit dem Rücken zur Wand. Und die Situation wird nicht besser werden,
denn die Zahl der Pflegebedürftigen wird weiter ansteigen und der
Fachkräftemangel, wie der Bericht ihn beschreibt, sich deutlich
verschärfen.

Angesichts dieser dramatischen Lage ist es unverständlich, dass
man weiter an einer starren Fachkraftquote ohne Bezug zu den
Bewohnern oder wissenschaftlicher Fundierung festhält. Das führt in
letzter Konsequenz dazu, dass Betten nicht mehr belegt und ganz
Abteilungen stillgelegt werden müssen, obwohl die flächendeckende
Versorgung gefährdet ist. Unter dieser rein ideologischen Diskussion
leiden letztendlich die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen.

Es kommt nicht auf den Stellenschlüssel an, sondern darauf, dass
in der Pflege die erforderliche Qualität zu 100 Prozent erreicht
wird. Die Qualifikation der Beschäftigten muss sich nach den


fachlichen Anforderungen richten, nicht nach starren Quoten. Eine
Orientierung dazu gibt der 'Nationale Qualifikationsrahmen für die
Pflege und Betreuung älterer Menschen'. Dort ist beschrieben, welche
fachliche Anforderung an welche Leistungen zu stellen ist.

Bei der Diskussion um die Fachkraftquote geht es uns auch darum,
die Personalmenge zu erweitern, um die steigende Zahl an
Pflegebedürftigen gut pflegen zu können und die Pflegekräfte
insgesamt zu entlasten."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte
Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in
Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären
Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in
privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa
tragen die Verantwortung für rund 305.000 Arbeitsplätze und circa
23.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 24,2 Milliarden Euro.



Pressekontakt:
Für Rückfragen: Olaf Bentlage, bpa-Pressesprecher, Tel.: 030/30 87 88
60, www.bpa.de

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Datum: 30.08.2017 - 12:30 Uhr
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