WAZ: Tengelmann-Chef Haub
plant keine größeren Zukäufe
ID: 1525397
der Mülheimer Handelskonzern Tengelmann wieder wachsen. "Wir brauchen
mehrere Standbeine. Mit unserer Immobilientochter und KiK gehen wir
jetzt in die USA. Discount ist trotz aller Unkenrufe überhaupt nicht
tot, sondern das erfolgreichste Geschäftsfeld der Händler", sagte
Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub der Westdeutschen Allgemeinen
Zeitung (WAZ, Freitagausgabe). "Vor den Filialen von Deichmann und
Aldi sieht man doch inzwischen auch die Porsches der Kunden. Mit KiK
sind wir die Preisbrecher bei den Textilien gewesen wie Aldi bei den
Lebensmitteln", so Haub.
Das Familienunternehmen feiert seinen 150. Geburtstag an diesem
Wochenende in Mülheim ohne die einstige Keimzelle - das
Supermarktgeschäft. Die Kette Kaiser's Tengelmann mit zuletzt 15.000
Beschäftigten hatte Haub Ende vergangenen Jahres an die Wettbewerber
Edeka und Rewe verkauft. Der Veräußerung war ein zweijähriger
juristischer und politischer Streit vorausgegangen. Der WAZ sagte
Haub, dass der Handel mit den Obi-Baumärkten sowie den Discountern
Kik und Tedi Kerngeschäft der Tengelmann-Gruppe bleiben werde. "Für
größere Zukäufe bin ich nicht bekannt", betonte der geschäftsführende
Gesellschafter.
Angesichts der wachsenden Konkurrenz im Internet und der Übermacht
des Internetriesen Amazon sieht Haub eine Zukunft des Handels nur in
der Verzahnung von Läden und Online-Shops. "Angebote im Internet und
im Laden werden zusammenwachsen. Auch Amazon plant Läden und liefert
Lebensmittel aus. Wie Amazon müssen Händler zu Plattformen werden.
Unsere Obi-Baumärkte entwickeln wir gerade zu einer solchen
Plattform, die Komplettlösungen für Heim und Garten anbietet.
Allerdings werden nur marktführende Unternehmen die Kraft haben, dem
Online-Boom standzuhalten", sagte Haub der WAZ. "Mittlerweile nutzen
die Menschen ein kleines Smartphone, um sich über Produkte zu
informieren und sie auch einzukaufen. Die Welt reduziert sich auf
einen kleinen Mobilfunk-Bildschirm."
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Datum: 01.09.2017 - 05:00 Uhr
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