neues deutschland: Faschismusforscher Hoffmann: Gedenkstättenbesuch kompensiert nicht fehlendes historisches Wissen
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aktuelle Entwicklungen", meint Gerhard Hoffmann von der
Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora. Der Historiker und
Publizist, Jg. 1944, verweist anlässlich des am Sonntag bundesweit
begangenen "Tages der Mahnung und Erinnerung" in einem Interview für
die Tageszeitung "neues deutschland" (Freitagausgabe) auf die für ihn
besorgniserregende Ausbreitung rechtsradikalen Gedankenguts, das sich
in Phänomenen wie NSU, NPD, Die Rechte, Reichsbürger, Identitäre,
Pegida und AFD reflektiere.
Über Besucherzahlen könnten Gedenkstätten an ehemaligen Orten des
NS-Terrors zwar nicht klagen, so Hoffmann. "Der Besuch der
Gedenkstätten kann jedoch fehlendes historisches Wissen nicht
kompensieren." Der in Frankfurt/Oder lebende ehemalige Lehrer nennt
Aufklärung und Wissen eine wichtige Voraussetzung für Erinnern,
Mahnen und Gedenken. In der neuen Dauerausstellung der Gedenkstätte
Buchenwald unter dem Motto »Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945«
werde seiner Ansicht nach kaum deutlich, "wer und was ursächlich
verantwortlich" gewesen sei für die Verbrechen des deutschen
Faschismus. Dies sei aber vor allem der jungen Generation immer
wieder zu vermitteln. Als positiv in der pädagogischen Arbeit auf dem
Ettersberg bei Weimar wertet Hoffmann die Zurücknahme ideologischer
Überhöhungen aus der DDR-Zeit.
Der Autor und Herausgeber mehrerer Bücher über NS-Terror und
Zwangsarbeit hat mit der Archivarin Gitta Günther ein Kleines Lexikon
über das »Konzentrationslager Buchenwald 1937 bis 1945" verfasst, das
nach seinen Aussagen das bisher einzige enzyklopädische
Nachschlagewerk zu einem deutschen Konzentrationslager sei.
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Datum: 07.09.2017 - 15:36 Uhr
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