Zivilgesellschaft zu Geo-Engineering: Klimawandel erfordert echte Ursachenbekämpfung statt riskanter Manipulation globaler Ökosysteme
ID: 1538235
Konferenz zur künstlichen Veränderung des Klimas ("Climate
Engineering Conference, CEC17") warnen der Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND) und die Heinrich-Böll-Stiftung vor den
unkalkulierbaren Folgen großflächiger, technologisch unerprobter
Manipulation an den globalen Ökosystemen. Anstatt Unsummen in die
Erforschung riskanter Technologien zur Symptombekämpfung zu stecken,
sei in erster Linie der rasche Ausstieg aus fossilen Energien wie der
klimaschädlichen Kohle nötig. Zugleich müssten die erneuerbaren
Energien stärker gefördert und Ökosysteme wie Wälder und Moore
weltweit großflächig renaturiert werden, um die natürlichen
CO2-Absorptionspotentiale auszuschöpfen. Unerlässlich sei auch die
Veränderung der industriellen landwirtschaftlichen Produktion hin zu
klimafreundlichen kleinbäuerlichen Betrieben.
Barbara Unmüßig, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung:
"Vorschläge, den globalen Klimawandel aufzuhalten, gibt es
zahlreiche. Diese durchzusetzen ist in erster Linie eine politische
und keine ausschließlich technologische Frage. Wir haben viele
Antworten. Stattdessen erleben wir in immer größerem Maße
Investitionen in den Ausbau fossiler Infrastruktur und in die
agroindustrielle Landwirtschaft. Diese Investitionen müssen wir
umlenken in Klimaschutz und armutsorientierte Entwicklung.
Geoengineering macht leider das glatte Gegenteil. Investitionen in
Milliardenhöhe fließen in Risikotechnologien mit neuen negativen
Auswirkungen auf Menschenrechte und Ökosysteme. Wir brauchen dringend
eine breite demokratische Debatte zu den komplexen Gesamtrisiken des
Geoengineerings."
Karin Nansen, Vorsitzende der internationalen Dachorganisation des
BUND "Friends of the Earth International" sagte: "Schon heute fließt
zu viel Geld in die Erforschung fragwürdiger Technologien zur
CO2-Reduktion. Diese Experimente sind sehr teuer im Vergleich zu
sinnvollen Investitionen in saubere Energien und Ressourcenschutz,
die sofort wirksam wären. Geo-Engineering ist verbunden mit einem
hohen Flächenverbrauch und birgt große Risiken für die direkt
betroffenen Menschen und Ökosysteme. Es verführt dazu zu glauben, wir
könnten weiter wirtschaften wie bisher. Die Klimakrise erfordert
jedoch das Gegenteil, nämlich den Ausstieg aus fossilen Energien, den
Ausbau der Erneuerbaren, den Schutz von Wäldern und Mooren,
Agrarökologie und das Einleiten von umweltfreundlicher Mobilität noch
vor 2020. Wir müssen die Ursache der Klimakrise beseitigen, nicht
ihre Symptome."
Auf der Konferenz werden Vertreter und Vertreterinnen der drei
Organisationen die erforderliche grundlegende Transformation unserer
Gesellschaften als Gegenbeispiel zu Plänen diskutieren, in das Klima
großtechnologisch einzugreifen. Für Presse- und Interviewanfragen zu
negativen Emissionstechnologien und alternativen Lösungen wenden Sie
sich bitte an die folgenden Pressevertreter der genannten
Organisationen.
Hinweis für Redaktionen
Barbara Unmüßig und Karin Nansen sprechen am morgigen Dienstag
(10.10.) auf der CEC17-Konferenz zu den Risiken von Geo-Engineering
und stehen für Interviews zur Verfügung.
Gemeinsame Pressemitteilung von Heinrich-Böll-Stiftung und BUND
Pressekontakt:
Heinrich-Böll-Stiftung
Fachkontakt: Linda Schneider, Referentin Internationale Klimapolitik,
E-Mail: schneider@boell.de, Tel. 030-285 34-313, Mobil: 0174-435 9497
Pressekontakt: Michael Alvarez Kalverkamp, Pressesprecher,
E-Mail: presse@boell.de, Tel. 030-28534-202, Mobil: 0160-365 7722
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Fachkontakt: Ann-Kathrin Schneider, BUND-Klimaexpertin,
E-Mail: annkathrin.schneider@bund.net, Tel. 030-27586-468, Mobil:
0151-24087297
Pressekontakt: Annika Natus, BUND-Pressesprecherin,
Tel. 030-27586-464, E-Mail: presse@bund.net; www.bund.net
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Datum: 09.10.2017 - 11:33 Uhr
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