Rheinische Post: Kommentar /
Der Aufstand gegen Trump hat begonnen
= Von Michael Bröcker
ID: 1543144
Politiker, dass er erst nach seiner Amtszeit seine beste Rede
gehalten hat. Im Fall des früheren US-Präsidenten George W. Bush
könnte dies aber so gewesen sein, und in diesem Fall gilt zweifellos:
besser spät als nie. Bushs eindrucksvolle Rede in New York war mit
ihrer Generalkritik am Zustand des politischen Diskurses eine
Abrechnung mit Donald Trump. Bush sprach von Mobbing, Lügen und
Vorurteilen, die den Tonfall im Land dominierten, und er machte klar,
dass nicht die Bürger dafür verantwortlich sind, sondern jene, die
Demokratien schützen sollten. Etwa der Präsident. Dass kurz danach
auch Barack Obama in diese Kerbe schlug, zeigt, dass die beiden sich
absprechen und die Sorge parteiübergreifend groß ist, dass der
wütende Mann im Weißen Haus das Land weiter spaltet. Die Rede von
George W. Bush war ein Weckruf an die Republikaner, sich zu
emanzipieren von ihrem Präsidenten. Donald Trump ist gewählter
Staatschef, keine Frage. Aber wer sagt denn, dass
US-Kongressmitglieder den hasserfüllten Duktus, die unsäglichen
Halbwahrheiten und das stümperhafte Gesetzeswerk abnicken müssen, nur
weil sie Republikaner sind? Der Aufstand gegen Trump hat begonnen.
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Datum: 20.10.2017 - 20:50 Uhr
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