Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Air Berlin
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gegen Konkurrenz aus dem Ausland schützen will, dann wird er auch aus
Deutschland gerne wegen Marktfeindlichkeit und Protektionismus
kritisiert. Doch allzu laut sollte die Schelte besser nicht
ausfallen. Denn das Verhalten der deutschen Regierung im Fall der
Fluglinie Air Berlin ist ja nun auch alles andere als lupenreine
Marktwirtschaft. Mit staatlichem Geld wurde der Pleiteflieger so
lange in der Luft gehalten, bis sich die deutsche Lufthansa die
Filetstücke sichern konnte. Für die Mitarbeiter der Pleite-Fluglinie
bringt der Staat nun allerdings deutlich weniger Fürsorge auf. Dabei
hätte die Schaffung einer Transfergesellschaft nur einen Bruchteil
jener 150 Millionen Euro gekostet, die der Bund der Fluglinie als
Überbrückungskredit gewährt hat. Klar: Eine Überbrückungsgesellschaft
hätte nicht bedeutet, dass der Job der 4000 betroffenen Mitarbeiter
auf Dauer gesichert worden wäre. Doch eine berufliche Bruchlandung
hätte damit in vielen Fällen verhindert werden können. Staatshilfe
für das Unternehmen, kalte Schulter für die Beschäftigten: Fair ist
das nun wirklich nicht.
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Datum: 25.10.2017 - 21:30 Uhr
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