Greenpeace-Aktivisten demonstrieren an CDU-Zentrale für artgerechtere Schweinehaltung/ Auch Unions-Anhänger fordern mehr Tierwohl im Stall
ID: 1546498
demonstrieren Greenpeace-Aktivisten heute vor Beginn der
Sondierungsgespräche zu Landwirtschaft und Verbraucherschutz an der
CDU-Parteizentrale. Fotofolien an der Glasfassade im Eingangsbereich
zeigen auf rund 15 Metern die miserablen und häufig
tierschutzwidrigen Zustände in einem deutschen Schweinestall.
Politisch dafür verantwortlich ist das seit zwölf Jahren
CDU/CSU-geführte Agrarministerium. Dabei wünscht sich eine
überwältigende Mehrheit der Anhänger von CDU und CSU (88 Prozent)
laut einer repräsentativen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag von
Greenpeace hohe Standards beim Tierschutz (zur Umfrage:
http://gpurl.de/mBNeF). "Die Agrarminister der CDU/CSU-Fraktion,
Seehofer, Aigner und Schmidt, haben Tierschutz den Interessen der
Agrarindustrie geopfert", sagt Greenpeace-Experte Dirk Zimmermann.
"Sie haben tatenlos zugesehen, wie sich die Massentierhaltung immer
weiter ausdehnt - auf Kosten der Tiere, aber auch der Umwelt. Und
das, obwohl ihre Wähler etwas anderes wollen. Die künftige
Bundesregierung muss insbesondere in der Schweinehaltung die
Anforderungen an die Haltungsbedingungen verschärfen."
Bevölkerung will Tierhaltung und Einkommen der Bauern verbessern
Gesetzliche hohe Tierschutzstandards stehen bei der gesamten
Bevölkerung hoch im Kurs, auch bei höheren Wurst- und Fleischpreisen.
Besonders spannend: Sogar Menschen mit niedrigem
Haushaltsnettoeinkommen (unter 1.500 Euro) sind dieser Meinung (83
Prozent). Wenn sich die Befragten entscheiden sollen, fordern sie von
der künftigen Bundesregierung sehr viel mehr (je 74 Prozent) bessere
Tierhaltungsbedingungen und bessere Preise für Landwirte als niedrige
Lebensmittelpreise (36 Prozent). Die Umfrage fand im Oktober unter
über 1.000 Teilnehmern aller Bevölkerungsgruppen statt.
Laut einem von Greenpeace in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten
verstößt die konventionelle Schweinemast gegen das Tierschutzgesetz
und somit gegen die deutsche Verfassung. Das Bundesland Berlin will
die gesetzlichen Haltungsbedingungen daher vom
Bundesverfassungsgericht überprüfen lassen. Greenpeace fordert, dass
Praktiken wie betäubungsloses Kastrieren und Schwanzkupieren in der
Schweinehaltung schnellstmöglich aufhören. Die Schweine brauchen mehr
Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten. Wichtig ist dabei, dass die
Landwirte die entsprechenden Umstellungen auch finanzieren können:
"Mehr Tierschutz kann nicht allein auf Kosten der Landwirte gehen",
so Zimmermann. "Darum benötigen wir einen soliden, konkreten
Ausstiegsplan aus der Massentierhaltung."
Achtung Redaktionen:
Rückfragen bitte vor Ort an Dirk Zimmermann, Tel. 0160 5814942,
oder Pressesprecherin Agneta Melzer, Tel. 1514 140 77 14.
Fotomaterial erhalten Sie unter Tel. 040 306 18 319. Die
Umfrageergebnisse finden Sie unter http://gpurl.de/mBNeF.
Für mehr Durchblick informiert Greenpeace
www.greenpeace.de/Siegelratgeber über Standards und Defizite bei der
Fleischkennzeichnung. Mehr Infos unter Internet: www.greenpeace.de.
Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, E-Mail
presse@greenpeace.de; Greenpeace auf Twitter:
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Datum: 01.11.2017 - 08:41 Uhr
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