Allg. Zeitung Mainz: Illusionslos / Kommentar von Reinhard Breidenbach zur Verteidigungspolitik in Europa
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gibt, ist die Welt nicht wirklich sicherer geworden. Es gibt den
großen asymmetrischen Krieg gegen den Terror, und es gibt zahlreiche
"normale", das heißt: regional begrenzte militärische
Auseinandersetzungen oder Brandherde. In Afghanistan scheint sich der
Westen, inclusive der USA, entschlossen zu haben, eine gefährliche
Lebenslüge zu beerdigen: die von der Beherrschbarkeit des
Taliban-Terrors durch afghanische Sicherheitskräfte. Der
Ukraine-Konflikt ist ungelöst, Putins - wenn auch kalkulierbares -
Machtstreben ungebremst. Und was von Nordkorea zu erwarten ist,
erscheint eher als psychiatrische denn als politische Frage. Da ist
eine europäische Verteidigungsunion eine überlegenswerte Option. Aber
vor Illusionen sei gewarnt. Zwar ist eine Emanzipation von dem
Amerika, das derzeit noch nicht mal eine Wiederwahl Trumps
ausschließen kann, in psychologischer Hinsicht gut - aber
selbstredend nicht in Ansätzen eine Alternative zur Nato. Dass in
dieser Nato auch jemand wie Erdogan Befehlsgewalt besitzt, steht auf
einem anderen Blatt, auch das muss vorläufig ertragen werden. Zwar
mag eine europäische Verteidigungsunion auch Synergieeffekte bei
Personal und Material mit sich bringen. Aber sie wird es den
Einzelstaaten nicht ersparen, eine Menge Geld in die Hand zu nehmen,
denn Sicherheit ist nicht nur ein hohes, sondern auch ein teures Gut.
Nicht zuletzt für Deutschland, wo die Berichte über fluguntaugliche
Flugzeuge und seeuntaugliche Marinehubschrauber seit mindestens zwei
Jahren blankes Entsetzen hervorrufen.
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Datum: 13.11.2017 - 19:19 Uhr
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