Rheinische Post: Kommentar /
Sanierung von Schulen muss Vorrang haben
= Von Kirsten Bialdiga
ID: 1555499
Fenster, Türen, Dächer. Unterricht im Wintermantel, weil die Heizung
mal wieder ausfällt. Und Toiletten, die kaum zumutbar sind. Die Rede
ist von Schulen in Nordrhein-Westfalen. Jahrelang vernachlässigten
insbesondere die finanzschwachen Kommunen ihre Schulgebäude, nur das
Notwendigste wurde investiert. Erst spät erkannte die rot-grüne
Landesregierung, dass Städte und Gemeinden Unterstützung brauchen bei
der Sanierung ihrer Schulen. Sie legte das Programm "Gute Schule
2020" auf; 2,1 Milliarden Euro stehen den Kommunen seither zusätzlich
zur Verfügung. Doch das Geld kommt nur schleppend an. Es gebe zu
wenige fertige Pläne, zu wenige Planer in den Stadtverwaltungen, und
die Bauindustrie habe ohnehin volle Auftragsbücher, moniert der
Städte- und Gemeindebund. Mag sein, dass es diese Planungsprobleme
tatsächlich gibt. Dann sollten die Verantwortlichen in den Kommunen
noch einmal darüber nachdenken, ob sie in jedem Fall die richtigen
Prioritäten setzen: Ob der neue Kreisverkehr oder ein Parkhaus
wirklich wichtiger sind als etwa eine neue Turnhalle für die
Grundschule. Investitionen in Bildung müssen einen viel höheren
Stellenwert bekommen.
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Datum: 26.11.2017 - 20:43 Uhr
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