neues deutschland: Kostensprung bei Stuttgart 21 kommentiert: Groß, größer, sinnlos
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hierzulande beschäftigt hat, dürfte auf die heutigen Hiobsbotschaften
aus Stuttgart höchstens mit dem Heben einer Augenbraue reagiert
haben. Der geplante und heftig umstrittene Tiefbahnhof wird teurer
und später fertig - wie überraschend. Kritiker hatten das seit Jahren
vorhergesagt; im CSU-geführten Verkehrsministerium und beim
Staatskonzern Deutsche Bahn wollte niemand davon hören. Dabei hätten
die Erfahrungen mit der Hamburger Elbphilharmonie oder dem bis heute
nicht eröffneten Berliner Flughafen BER allen Beteiligten eine
Warnung sein sollen. Ohnehin bleibt unklar, warum die Bahn angesichts
des Investitionsstaus im Schienenverkehr, angesichts maroder Brücken
und aus Kostengründen stillgelegter Strecken auf prestigeträchtige,
aber laut verschiedener Studien nicht einmal notwendige Megaprojekte
setzt. Die verschlingen dann auch noch das Geld, das in Sanierungen
und dem Ausbau vorhandener Verkehrswege wesentlich besser angelegt
wäre. Fragt man die Bürger, sieht man ebenfalls, dass Bund und Bahn
an deren Bedürfnissen vorbei bauen: Nur 38 Prozent der Stuttgarter
Einwohner hatten laut einer Umfrage im September eine gute Meinung
von S21, ebenso viele fanden das Projekt schlecht oder sehr schlecht.
Ob man es gut findet oder nicht, die steigenden Kosten fallen am Ende
allen auf die Füße. Gehobene Augenbrauen werden nicht ausreichen, um
das Problem zu stemmen.
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Datum: 29.11.2017 - 17:46 Uhr
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