NOZ: NOZ: Marburger Bund kritisiert Bürgerversicherung als unsozial
ID: 1558163
unsozial
Vorsitzender Henke: Einheitskasse führt zu sinkendem
Leistungsniveau
Osnabrück. Der Marburger Bund befürchtet Nachteile für
Geringverdiener, sollte unter einer neuen Großen Koalition eine
Bürgerversicherung eingeführt werden. In einem Interview mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) sagte der Vorsitzende des
Ärzteverbandes, Rudolf Henke, alle Umfragen zeigten, dass die Bürger
mit dem Gesundheitswesen sehr zufrieden seien. Das habe maßgeblich
mit dem gegliederten Versicherungssystem zu tun. "Ich glaube, eine
Einheitskasse würde dazu führen, dass das Leistungsniveau sinkt",
sagte Henke vor dem Hintergrund entsprechender Forderungen aus der
SPD. Wenn der Vergleich verschiedener Systeme wegfalle, fehle der
Anreiz zur Innovation. "Die Einheitskasse wäre der Einstieg in eine
Ausweitung von Zusatzversicherungen, die dann auch nur
Besserverdienende bezahlen können. Sozial ist das nicht", schloss
Henke, der seit 2009 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter der CDU
ist. In der SPD gibt es Stimmen, die die Einführung einer
Bürgerversicherung zur Bedingung einer neuen Großen Koalition machen
wollen.
Marburger Bund: Cyberangriffe auf Krankenhäuser nicht
ausgeschlossen
Vorsitzender Rudolf Henke warnt vor digitalen Gefahren
Osnabrück. Der Marburger Bund warnt vor Cyberattacken auf
Krankenhäuser. Der Vorsitzende des Berufsverbandes, Rudolf Henke,
sagte im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag):
"Auch Medizingeräte und Patientendaten können von Hackerangriffen
betroffen sein. Ich glaube, dass in diesem Bereich noch eine ganze
Menge getan werden muss, bis das letzte Krankenhaus auf einem
Standard ist, der solche Angriffe weitgehend ausschließt." In der
Vergangenheit habe man nicht so klar gesehen, wie angreifbar
Krankenhäuser durch zunehmende Digitalisierung seien. "Mittlerweile
gibt es Kriminelle, die die IT in Krankenhäusern hacken. Das ist
neu", sagte Henke. Er sei jedoch dankbar dafür, dass die Einsicht
wachse, dass auch kleine Krankenhäuser als kritische Infrastruktur
betrachtet und besonders geschützt werden müssten. Der Vorsitzende
des Marburger Bundes zeigte sich zudem besorgt angesichts der
Entwicklung von Gesundheits-Apps: "Wir brauchen vor allem eine
sichere Infrastruktur für diese Anwendungen", sagte Henke. "Den
größten Unsicherheitsfaktor sehe ich derzeit aber darin, dass alle
möglichen Gesundheits-Apps angeboten werden, deren Qualität nicht
geprüft ist und die teilweise mehr Verwirrung stiften als Nutzen." In
Baden-Württemberg starte bald eine Art Feldversuch zur qualifizierten
Fernbehandlung.
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Datum: 02.12.2017 - 07:00 Uhr
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