Hoffnung auf naturverträgliche Krabbenfischerei/Verpflichtung macht Weg frei für MSC-Zertifikat/Naturschutzverbände einigen sich mit Krabbenfischerei, sehen aber Verbesserungsbedarf des MSC-Standards
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niederländischen und dänischen Nordseeküste hat das MSC-Zertifikat
erhalten. Dies war bis vor kurzem umstritten: Die Naturschutzverbände
WWF, NABU und Schutzstation Wattenmeer hatten im August Widerspruch
gegen die Zertifizierung eingelegt, da sie die MSC-Kriterien als
nicht erfüllt und die Schutzziele des Nationalparks Wattenmeer als
gefährdet ansahen. Nach Verhandlungen und einer erzielten
Vereinbarung zwischen Naturschutzverbänden und Krabbenfischern, zogen
sie den Einspruch zurück und machten den Weg für das MSC-Siegel frei.
In der Vereinbarung verpflichtet sich die Fischerei zu zusätzlichen
Anstrengungen für den Schutz von Arten und Lebensräumen, so dass die
Krabbenfischerei nun mit den bestehenden Kriterien des MSC knapp
vereinbar ist.
"Wir freuen uns über die mit der Krabbenfischerei vereinbarten
Fortschritte bei der Beifang-Vorsorge und beim Schutz des
Meeresbodens. Die zusätzlichen Anstrengungen machen jetzt zwar eine
MSC-Zertifizierung möglich, bis die Krabbenfischerei aber auch
nationalpark-tauglich ist bleibt noch ein Wegstück zu gehen. Erst
wenn große Teile der Wattenmeer-Nationalparks nicht mehr befischt
werden und die Natur sich dort wieder frei entwickeln kann, ist eine
Balance zwischen Schutz und Nutzung erreicht", sagt Hans-Ulrich
Rösner vom WWF. Derzeit findet rund ein Viertel der deutschen
Krabbenfischerei noch im Wattenmeer hinter den Inseln statt, also im
Kern jener drei Nationalparks, die das Wattenmeer eigentlich schützen
sollen - genau dort, wo die meisten Jungfische leben und wo die Natur
auf einem großen Teil der Fläche eigentlich ungestört sein muss.
"Die MSC-Zertifizierung der Krabbenfischerei war alles andere als
ein Selbstläufer. Die feinen Ma-schen der über den Meeresgrund
geschleppten Netze beeinträchtigen die empfindlichen
Lebensgemeinschaften im Wattenmeer. Viel zu viele junge Schollen,
Seezungen und Kabeljaue verenden dabei als ungewollter Beifang", so
Kim Detloff vom NABU. "Durch die jetzt vereinbarten Auflagen hoffen
wir auf echte Verbesserungen."
"Wir haben der MSC-Zertifizierung nur mit großen Bauchschmerzen
zugestimmt. Nun müssen die dafür gemachten Auflagen und die
Selbstverpflichtungen von der Krabbenfischerei auch umgesetzt
werden", sagt Harald Förster von der Schutzstation Wattenmeer. "Wir
hoffen, künftig mit der Krabbenfischerei gemeinsame Wege zu finden,
den Schutz des Wattenmeeres zu verbessern, den Nationalpark-Zielen
gerecht zu werden und verschwundenen Arten eine Rückkehr zu
ermöglichen."
Die Naturschutzverbände verbinden ihre Zustimmung zur
Zertifizierung der Krabbenfischerei aber auch mit einer Kritik am
bestehenden Standard des MSC: "Meeresschutzgebiete sind leider ein
blinder Fleck im MSC-Standard. Hier muss nachgebessert werden, damit
Fischereien künftig zu deutlich mehr Vorsorge in empfindlichen
Gebieten verpflichtet sind, als es nun erreicht werden konnte", so
WWF, NABU und Schutzstation Wattenmeer. Die grenzüberschreitende
Krabbenfischerei im Wattenmeer umfasst rund 400 Kutter. Gemeinsam
fangen sie etwa 30.000 Tonnen Krabben pro Jahr, das entspricht 90
Prozent des gesamten Fangs der Nordseegarnele.
Pressekontakt:
WWF Deutschland
Britta König
Telefon: 0151 1885 49 73
E-Mail: britta.koenig@wwf.de
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Datum: 13.12.2017 - 14:00 Uhr
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