Orte der Erinnerung: Auschwitz? Babyn Jar
ID: 1565353
Fotoausstellung von Olaf Eybe am Holocaust-Gedenktag
Eine Erschießungswand in Nahaufnahme, Details von Warnschildern oder Ausschnitte von Denkmälern ? Eybes Fotos wollen weder vordergründig schockieren noch informieren. ?Ich möchte ästhetische Anstöße geben, sich mit dem Thema Erinnerungskultur zu befassen.? 2015 war der Fotograf für mehrere Tage auf dem Komplex des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau unterwegs. ?Auschwitz ist eigentlich totfotografiert?, so seine These: ?Allein im letzten Jahr waren mehr als eine Million Menschen dort und haben jeden Wachturm aus jedem Winkel fotografiert. Aber dennoch ist es wichtig, das Thema immer wieder in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.? Jeder kennt das Eingangstor des Stammlagers mit dem perfiden Spruch ?Arbeit macht frei?. Aber Olaf Eybe beschreitet seinen eigenen fotografischen Weg. Er geht nah an ?die Dinge? heran, um ihnen ?auf den Grund zu gehen?.
Orte des Grauens
Im Herbst 2017 erhielt Olaf Eybe die Chance, an einer Reise der Bundeszentrale für politische Bildung in die Ukraine teilzunehmen. Er suchte u.a. Babyn Jar auf. Die Schlucht in der Nähe von Kiew war 1941 der Schauplatz des größten einzelnen Massakers an jüdischen Männern, Frauen und Kindern im Zweiten Weltkrieg. In nur zwei Tagen wurden dort rund 33.000 Männer, Frauen und Kinder erschossen. ?Bis auf Denkmäler für die unterschiedlichen Opfergruppen erinnert dort heute nichts mehr an das Grauen. Erinnerungskultur ist auch in der Ukraine kein einfaches Unterfangen. Neben anrührenden Details am Denkmal für die ermordeten Kinder fand ich viel Müll und Reste von Partys an Orten, die mehr Würde verdient hätten.? All diese fotografischen Fundstücke fügte Olaf Eybe zu seiner persönlichen Erinnerungscollage zusammen.
Bei der Vernissage am Holocaust-Gedenktag liest Olaf Eybe auch aus Kurztexten, die nach seinen vielen Aufenthalten in Polen und der Ukraine entstanden sind. Musikalische Akzente setzt das deutsch-polnische Duo kzrme mit Ralf Kaupenjohann (Akkordeon) und Markus Emanuel Zaja (Blasinstrumente). Die aufrüttelnde Fotoausstellung, die sich auch an Schüler und Jugendgruppen richtet, ist ? nach vorheriger Terminabsprache (Kontakt: olaf.eybe@eybeeybe.de) ? bis zum 11. Februar in der Theaterpassage zu sehen.
Vernissage: 27.01.2018, Holocaust-Gedenktag
Beginn: 17.00 Uhr
Ort: klasse:Raum, Theaterpassage Essen, Rathenaustraße 2, 45127 Essen
Ausstellung:
27.1.2018 ?11.2.2018
Veranstalter der Ausstellung ist der Verein ?Kreative Klasse e.V. ? Berufsverband Ruhr?. Der Verein verfolgt das Ziel, die kreative Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern aller Kultursparten sowie Unternehmen der Kreativwirtwirtschaft zu fördern und die Akteure miteinander zu vernetzen.
www.kreativeklasse.org
Initiator des Projektes ist der Essener Künstler Olaf Eybe. Der Historiker und Publizist, der als Texte und Fotograf arbeitet, erstellte das Konzept der Ausstellung, fotografierte an den historischen Orten in Polen und der Ukraine und schrieb Gedichte zu dem Thema Holocaust und Erinnerungskultur.
www.photography-olaf-eybe.com
Die musikalischen Akzente setzt während der Ausstellungseröffnung das deutsch-polnische Duo kzrme: Ralf Kaupenjohann (Akkordeon) und Markus Emanuel Zaja (Blasinstrumente).
www.kzrme.de
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Datum: 22.12.2017 - 14:46 Uhr
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Essen
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