Deutsches Kinderhilfswerk: Erhöhung von Kindergeld und Hartz IV-Regelsatz für Kinder ein Armutszeugnis
ID: 1565855
Erhöhung des Kindergeldes und des Regelsatzes für Kinder im Hartz
IV-Bezug zum 1. Januar 2018 als völlig unzureichend. "Zwei Euro mehr
Kindergeld und drei bis fünf Euro Regelsatzerhöhung für Kinder im
Hartz IV-Bezug sind ein schlechter Witz. Mit diesen kümmerlichen
Beträgen kann die Kinderarmutsquote in Deutschland nicht gesenkt
werden. Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen, das
ist eine Schande für eine der reichsten Industrienationen der Welt",
betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.
"Gleichzeitig ist durch die steuerlichen Kinderfreibeträge die
monatliche Nettoentlastung für Spitzenverdiener um rund 100 Euro
höher als das Kindergeld. Bei Kindern im Hartz IV-Bezug kommt die
Kindergelderhöhung gar nicht erst an. Diese Gerechtigkeitslücken
müssen geschlossen werden, jedes Kind sollte uns gleich viel wert
sein. Dafür müssen wir das System grundsätzlich überdenken. Bei den
Hartz IV-Regelsätzen brauchen wir dringend eine komplette
Neuberechnung. Die geltenden Regelbedarfe haben in der Ermittlung
methodische Schwächen und halten den sozialrechtlichen Mindestbedarf
von Kindern künstlich klein. Sie entsprechen insgesamt nicht dem
notwendigen soziokulturellen Existenzminimum und sollten auf ein
Niveau angehoben werden, das echte gesellschaftliche Teilhabe möglich
macht", so Krüger weiter.
Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes ist dringend ein
Gesamtkonzept notwendig, mit dem die Situation der von Armut
betroffenen Kinder und Jugendlichen in Deutschland nachhaltig
verbessert wird. Die wenigen Lichtblicke der letzten Jahre wie die
Anhebung des Kinderzuschlags oder die Verbesserungen beim
Unterhaltsvorschuss reichen bei weitem nicht aus. "Uns erfüllt zudem
mit Sorge, dass immer wieder versucht wird, die Kinderarmut in
Deutschland kleinzureden, beispielsweise bei Diskussionen um den
relativen Armutsbegriff. Übersehen wird dabei oft, dass sich in einem
Land wie Deutschland insbesondere Kinderarmut nicht allein durch
materielle Entbehrungen, sondern auch durch Ausgrenzung und damit
fehlende Teilhabe an Aktivitäten auszeichnet, die für andere Kinder
selbstverständlich sind. Wer den relativen Armutsbegriff in Frage
stellt, relativiert Gefahren gesellschaftlicher Ausgrenzung und nimmt
damit in Kauf, dass Kinder und Jugendliche abgehängt sind und
bleiben", so Krüger.
Das Thema Kinderarmut wird Schwerpunktthema des Kinderreports 2018
sein, den das Deutsche Kinderhilfswerk zu Beginn des nächsten Jahres
vorstellen wird. Darin wird es um die Frage gehen, was die Ursachen
von Kinderarmut in Deutschland sind, wie die Aktivitäten von Staat
und Gesellschaft, um Kinderarmut zu bekämpfen, bewertet werden und
wie einkommensschwache Familien mit Kindern am besten unterstützt
werden können. Außerdem wird die Bereitschaft der Bevölkerung
analysiert, eventuell mehr Steuern zu zahlen, wenn damit das Problem
der Kinderarmut in Deutschland wirkungsvoll bekämpft werden könnte.
Weitere Informationen und Rückfragen:
Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-308693-93
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de und www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Original-Content von: Deutsches Kinderhilfswerk e.V., übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.12.2017 - 10:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1565855
Anzahl Zeichen: 3728
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 233 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Deutsches Kinderhilfswerk: Erhöhung von Kindergeld und Hartz IV-Regelsatz für Kinder ein Armutszeugnis"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Kinderhilfswerk e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert im Vorfeld des heutigen Koalitionsausschusses an die Bundesregierung, nachhaltige Maßnahmen für eine generationengerechte Gesellschaft auf den Weg zu bringen. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation braucht es dringend strukturelle und finanzielle Investition
Deutsches Kinderhilfswerk: Kinderrechte von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt stärken ...
Das Deutsche Kinderhilfswerk hofft nach der heutigen Veröffentlichung der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" auf konkrete und verbindliche Schritte zur Stärkung der Rechte von Kindern sowie eine konsequente Strategie zur Förderu
Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2026: Gewinner kommen aus Dresden, Hannover und Obershausen (Hessen) ...
Projekte aus Dresden, Hannover und Obershausen (Hessen) sind mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes ausgezeichnet worden. Damit können sich die Gewinnerinnen und Gewinner über ein Preisgeld in Höhe von je 6.000 Euro freuen. Mit dem Preis werden Projekte gewürdi
Weitere Mitteilungen von Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Gesundheitssystem/Bürgerversicherung ...
Befürworter des derzeitigen Systems führen ins Feld, dass bei der Einführung der Bürgerversicherung der Wettbewerb auf der Strecke bleibt. Doch im derzeitigen System ist eine freie Wahl zwischen privater und gesetzlicher Krankenkasse überhaupt nicht möglich. Beamte, Selbstständige, Studen
Mitteldeutsche Zeitung: zu Macron und Arbeitslose ...
Seinen Streich führt Macron gegen die Arbeitslosen. Berichten zufolge soll ihre Unterstützung zunächst halbiert und dann gestrichen werden, wenn sie sich nach Meinung der Behörden nicht ausreichend um eine Stelle bemühen. Angesichts einer Arbeitslosenrate von knapp zehn Prozent dürfte sich
Mitteldeutsche Zeitung: zu Nawalny und Putin ...
Der Kreml fürchtet wohl kaum, Nawalny könnte Wladimir Putin den Rang streitig machen. Doch Nawalny würde wohl als Wahlkämpfer die ungeschriebenen Regeln Putinscher Polit-Kultur ignorieren: Kritisiere, aber kritisiere leise! Stelle den Übervater nicht in Frage! Und rufe deine Anhänger nich
Mitteldeutsche Zeitung: zu UN und USA ...
Tatsächlich werden die USA nämlich weder 285 Millionen Dollar sparen, noch hat die Kürzung irgendetwas mit dem umstrittenen Jerusalem-Beschluss zu tun. Vielmehr verhandeln die Mitgliedsländer turnusmäßig schon seit Monaten über Einsparungen im regulären Zweijahres-Etat der UN. Die USA




