Allg. Zeitung Mainz: Beunruhigend / Kommentar zur Sicherheitslücke bei Computerchips / Von Christian Matz
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Computer-, Laptop- und Smartphonenutzer gezielte Hackerattacken
fürchten? Als Normalnutzer darf man an dieser Stelle ruhig einmal
sagen: keine Ahnung. Zu viel Technik im Spiel für den
Durchschnitts-User. "Keine Ahnung", müssen aber auch leider zu viele
Sicherheitsexperten und Fachleute bei den Chipherstellern antworten,
wenn sie nach den konkreten Risiken und den schon eingetretenen
Schäden gefragt werden. Zu berücksichtigen sind mehrere Fakten -
wobei der, dass eines der beiden Angriffsszenarien ("Spectre")
genauso heißt wie die Verbrecherorganisation aus den
James-Bond-Filmen, noch der humorvolle Teil der Geschichte ist. Fakt
1: Die globale Sicherheitslücke existiert offenbar schon seit
Jahrzehnten, möglicherweise wurde sie bereits zigfach ausgenutzt. Das
sollte generell zum Nachdenken anregen, von wie viel
Computer-Intelligenz - auf die wir offensichtlich doch nicht so viel
Einfluss haben, wie wir gerne hätten - wir uns eigentlich leiten und
bestimmen lassen. "Ohne" geht es nicht mehr, aber jeder Anwender
sollte stets kritisch prüfen, inwieweit er selbst durch sein
Nutzerverhalten seine Sicherheit riskiert. Fakt 2: Normal-User können
im Prinzip nur eines tun: Immer schön die angebotenen Updates
installieren - auch wenn es manchmal nervt - und ansonsten (vorerst)
nicht in Panik verfallen. Fakt 3: Richtig gefährlich kann es offenbar
für Cloud-Dienste und Rechenzentren werden. Das ist tatsächlich
beunruhigend. Fakt 4: Wo viele Verlierer sind, ist immer auch ein
Gewinner: Brian Krzanich, Chef des betroffenen Chipherstellers Intel,
hat ein dickes Aktienpaket noch rechtzeitig vor dem Kurs-Absturz
abgestoßen. Auch das ist ein Fall für Fachleute, diesmal allerdings
von der Börsenaufsicht.
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Datum: 04.01.2018 - 19:07 Uhr
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