NOZ: Gysi: Merkel macht Kohls Fehler
ID: 1576876
Osnabrück. Gregor Gysi, ehemaliger Fraktionschef der Linken im
Bundestag, sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch bei der
Frage eines würdigen Abgangs in direkter Nachfolge ihres Förderers
und Vorgängers Helmut Kohl. In einem Interview mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Samstag) sagte der Politiker und Autor, Merkel
hätte in der Mitte der letzten Legislaturperiode sagen müssen, dass
es ihre letzte ist, und dass die CDU einen neuen Kandidaten
aufstellen soll." Den "Fehler", das nicht zu tun, habe auch Helmut
Kohl gemacht, gegen den sich Merkel gegen Ende seiner Amtszeit
stellte.
Gysi selbst wollte seinen Abschied vom Amt anders gestalten, wie
er sagte. "Denn ich wollte genau das nicht, dass alle sagen, der
redet nur noch dummes Zeug, merkt es aber nicht." 2015 gab er seinen
Posten ab. Heute ist der 70-Jährige einfacher Bundestagsabgeordneter,
gefragter Redner und erfolgreicher Schriftsteller. Seine
Autobiografie "Ein Leben ist zu wenig" steht aktuell an der Spitze
der "Spiegel"-Bestsellerliste.
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Gysi: Die SPD schadet sich gern selbst
Osnabrück. Linken-Ikone Gregor Gysi hat der SPD erneut zum Gang in
die Opposition geraten. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Samstag) sagte er, die Partei wisse, dass sie "verliert,
wenn sie in die Große Koalition geht. Aber das ist ja für die SPD
kein Grund, den Weg nicht zu gehen. Sie schadet sich ja gerne
selbst", so der 70-Jährige. "Es wäre aber viel mutiger gewesen zu
sagen: Nein, machen wir nicht. Minderheitsregierung. Das wäre schön
gewesen", fügte Gysi hinzu.
Einer geeinten Linken, wie sie der frühere SPD- und
Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine vorgeschlagen hat, kann Gysi etwas
abgewinnen. "Die Idee der Sammlungsbewegung finde ich gut." Er
bekräftigte jedoch seine Warnung vor der weiteren Entwicklung: "Was
mich stört, ist der nächste Schritt, der dann folgen soll, eine neue
Volkspartei. Die halte ich für falsch, denn das zersplittert. Daher
sage ich: Sammlungsbewegung ja, neue Partei nein."
Auf die Frage, ob er, sollte es im Bund doch einmal zu einer
rot-rot-grünen Regierung kommen, wieder ein Amt übernehmen würde,
antwortete Gysi mit einem Lachen und den Worten: "Wenn Rot-Rot-Grün
doch noch kommt, werde ich Kanzler. Darunter mache ich es nicht
mehr."
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Datum: 03.02.2018 - 07:00 Uhr
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