neues deutschland: Kommentar zum CDU-Parteitag und sein Ja zur Koalition: Marke Merkel
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für ihre Vorsitzende Gelegenheit, den Deckel danach wieder zu
schließen. Was sich an Unzufriedenheit in den letzten Monaten
angestaut hatte, konnte entweichen, Angela Merkel aber geht gestärkt
aus dem Streit hervor. Das war, das ist, das wird Merkels Rezept
sein, solange sie an der Spitze ihrer Partei und der Bundesregierung
steht. Stärker aus Krisen hervorzugehen, als sie hineingegangen ist -
das ist Merkels Markenkern.
Auf dem Parteitag vom Montag hat sie die Voraussetzungen
geschaffen, das letzte Quartal ihrer Kanzlerschaft unbehelligt von
allzu unangenehmer interner Kritik durchzuregieren. Spekulationen
über einen vorzeitigen Abgang bleiben Spekulationen ohne Fundament,
solange Merkel die Partei mit einem Federstrich hinter sich zu
versammeln vermag - allem Grummeln und Raunen zum Trotz. Wie
gewünscht, haben die Delegierten den Koalitionsvertrag abgesegnet,
Merkels Generalsekretärin mit Jubel empfangen und das Angebot zur
Selbstfindungsdebatte, also das Versprechen auf ein neues
Grundsatzprogramm dankbar aufgenommen. Klagen über eine ausstehende
Fehleranalyse nach der Bundestagswahl oder die wachsende Entfernung
der Führung von der Partei verhallten freundlich. Merkel hat auch
schon mal verraten, wie sie die nächsten Jahre vorgehen, äh
Deutschland dienen will. So, dass die Nachrücker in der Regierung in
jedem Fall auf ihrem, Merkels, Kurs bleiben, solange sie etwas zu
sagen hat. Wer also unzufrieden mit Merkel ist, muss damit leben. Das
gilt links wie rechts.
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Datum: 26.02.2018 - 18:03 Uhr
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