Rheinische Post: Kommentar: Hartz-IV-Beziehern Brücken bauen
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IV beziehe, sei nicht arm. Das ist in unserer Wohlstandsgesellschaft
falsch. Als arm gilt, wer weniger als die Hälfte des mittleren
Einkommens zur Verfügung hat. Das trifft auf Hartz-IV-Empfänger zu.
Im Gegensatz zu absolut armen Menschen in Entwicklungsländern, die
von weniger als einem Euro pro Tag leben, müssen arme Menschen in
Deutschland nicht hungern und haben ein Dach über dem Kopf. In
unserer Gesellschaft sind sie dennoch arm. Denn sie können am
gesellschaftlichen Leben kaum teilhaben. Sie haben keinen
finanziellen Spielraum, jeder Euro ist für das Notwendige verplant.
Dennoch wäre es falsch, die Hartz-IV-Sätze zu erhöhen. Schon heute
sind wir Sehnsuchtsort für Millionen Menschen aus aller Welt - auch,
weil man in Deutschland dank des sozialen Netzes relativ weich fällt.
Viele Hartz-IV-Bezieher sind nicht in einen Acht-Stunden-Tag zu
vermitteln. Ihnen müssen Brücken gebaut werden. Es braucht keine
höheren Bezüge, es braucht Vereinbarungen zwischen Arbeitsagenturen
und der Privatwirtschaft, durch die Langzeitarbeitslose ins
Arbeitsleben integriert werden. Schlagwort-Debatten haben bei der
Armutsbekämpfung noch nie weitergeholfen.
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Datum: 12.03.2018 - 20:22 Uhr
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