Rheinische Post: Kommentar: Mit Beigeschmack
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Außenminister, nun ist er als Verwaltungsrat für die Zug-Allianz von
Siemens und Alstom nominiert. Formal verhält Gabriel sich korrekt,
die Regeln sehen eine Karenz von einem Jahr vor, und Gabriel wird
erst 2019 antreten. Grundsätzlich ist berufliche Mobilität sogar
wünschenswert. Nur wenn es für Politiker a.D. kein Berufsverbot gibt,
werden Unternehmer bereit sein, in die Politik zu wechseln. Doch ein
Beigeschmack bleibt. Gabriel hatte sich als Wirtschaftsminister für
eine Fusion von Siemens-Alstom-Töchtern stark gemacht und mit Paris
versucht, diese gegen einen US-Angreifer durchzusetzen. Dass Gabriel
nun einen gut dotierten Posten erhält, wirkt wie eine nachträgliche
Belohnung. So macht er sich angreifbar. Erst recht, da er als
SPD-Chef gerne die moralische Karte spielte. "Gier, Frechheit, Betrug
dürfen sich nicht mehr lohnen", sagte er Richtung Banker. Acht Wochen
nach dem Ausstieg aus der Politik den nächsten Job in einem
Unternehmen klarzumachen, das noch nicht mal grünes Licht des
Kartellamts hat, ist unsensibel. Chance vertan.
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Datum: 16.05.2018 - 20:52 Uhr
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