Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum deutsch-chinesischen Handel

Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum deutsch-chinesischen Handel

ID: 1613146
(ots) - Wenn zwei sich mit demselben streiten, liegt es
nahe, dass sich die zwei verbünden. Donald Trumps Politik der
Zollschranken frustriert Europa genau so wie China. Eine
Solidarisierung und abgestimmte Reaktionen machen daher Sinn. Weiter
soll und wird die Bundeskanzlerin bei ihrer China-Reise nicht gehen.
Denn obwohl Peking gerade die Zölle auf Autos und Autoteile deutlich
senkt und außerdem angekündigt hat, ausländische Investoren künftig
nicht mehr zu zwingen, inländische Teilhaber ins Boot zu nehmen,
hinkt die Liberalisierung hinter dem Weltmarkt und selbst den USA
hinterher. Für China spricht, dass in diesem Fall die Richtung
stimmt. Die USA ziehen Mauern hoch, während Peking es sich
offensichtlich heute leisten kann, Schranken abzubauen. Der Vormarsch
der chinesischen Volkswirtschaft, die zum 100. Jubiläum der
Volksrepublik im Jahr 2049 die führende Industrienation der Welt sein
will und es vermutlich auch sein wird, ist in weiten Teilen politisch
gesteuert. Nach dem Vorbild Südkoreas, Taiwans und einiger anderer
Staaten in Asien werden die Einnahmen aus der Zeit, in der China fast
ausschließlich verlängerte Werkbank westlicher Konzerne und Produzent
von Billigstprodukten gewesen ist, genutzt, um möglichst schnell
moderne Industrien aufzubauen. Dabei konzentriert sich das Regime
nach dem Willen von Staatspräsident Xi Jinping auf die
Autoproduktion, auf Energie, Robotik, Biomedizin und Medizintechnik.
In diesen Schlüsselbranchen arbeitet der Staatsapparat Hand in Hand
mit der privaten Wirtschaft. Investoren in den Kauf ausländischer
Technologieführer können sich in diesen Sektoren der Unterstützung
durch Partei und Regierung sicher sein. Zusätzlich sichert Peking das
Fundament - die Versorgung mit seltenen Rohstoffen - mit durchaus
zweifelhaften Methoden durch Landkauf und Infrastrukturausbau in


Afrika ab. Hinsichtlich des Technologietransfers richtet sich Chinas
Blick aber auf Europa und insbesondere auf die versteckten
Weltmarktführer, die Hidden Champions, in Deutschland. Für die
Arbeitnehmer hierzulande muss das nicht von Nachteil sein.
Chinesische Investoren schauen sehr genau an, was sie erwerben. Sie
kaufen, nicht um plattzumachen, sondern um langfristig zu
profitieren. Dafür müssen sie - wie vielerorts und auch in OWL
geschehen - mit den Beschäftigten zusammenarbeiten. Das Problem aus
deutscher Sicht ist das Ungleichgewicht. Europäische Unternehmen
können in China weit weniger frei agieren als chinesische in Europa.
Darüber spricht Peking nicht gerne. Es ist an der Kanzlerin, das
Thema bei ihrer Reise trotzdem anzusprechen. Ansonsten klafft in der
Kette der Argumente, die zu Recht gegen Trumps »America first«
vorgebracht werden, eine Lücke.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Rheinische Post: Kommentar: Facebook führt die EU-Parlamentarier vor Rheinische Post:Ärzte fordern für mehr Sprechstundenzeit 25 Prozent mehr Honorar
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.05.2018 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1613146
Anzahl Zeichen: 3224

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 352 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum deutsch-chinesischen Handel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Rheinische Post: Kommentar: Chinas Marktmacht ...
Der US-Präsident preist die Einigung im Handelsstreit mit China mit der ihm eigenen Realitätsferne. Donald Trumps Unterhändler haben den Chinesen die Abnahme von mehr landwirtschaftlichen Produkten und Rohstoffen abgerungen, und Trump feiert sich auf Twitter, als seien die USA kein hoch entwi

Rheinische Post: Kommentar: Der italienische Patient ...
Ein Juraprofessor ohne politische Erfahrung soll die erste von zwei populistischen Parteien getragene Regierung in Italien führen. Die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechtsnationalistische Lega sind zwei Unbekannte, wenn es um die Umsetzung politischer Programme geht. Nun komm

Rheinische Post: Kommentar: Facebook führt die EU-Parlamentarier vor ...
Das Scheitern kam mit Ansage: Knapp einen Monat, nachdem Facebook-Chef Mark Zuckerberg dem US-Kongress wegen des Datenskandals Rede und Antwort gestanden hatte, bemüßigte er sich auch nach Brüssel, um EU-Politikern zu erklären, welche Konsequenzen er aus dem Skandal ziehen werde. Statt mehrer

Stuttgarter Nachrichten: zu Maas/USA-Reise ...
Diese Positionsbestimmung war fällig. Gut, dass Außenminister Heiko Maas gleich zu Beginn seines Antrittsbesuchs klargestellt hat: Die USA bleiben Dreh- und Angelpunkt in Deutschlands auswärtigen Beziehungen. In einer Phase, in der die Wahrnehmung in Deutschland weitgehend von Trump-Hysterie


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z