Frankfurter Rundschau: Gemeinsam nach vorn
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Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen kann das Erinnern, von dem
die jüdische Weisheit spricht, nur eine Vorstufe der Erlösung sein:
nämlich der Impuls zum Zusammenhalt gegen Diskriminierung und Hass
auf Minderheiten als die Kräfte, die eine Gesellschaft am tiefsten
entzweien. Noch lastet der Mordanschlag auf den Hinterbliebenen. Und
die fast täglichen Angriffe auf Moscheegemeinden und auf
Flüchtlingsheime machen die Unerlöstheit in Teilen der Gesellschaft
deutlich. Den Tag des Gedenkens hat der türkische Außenminister
Mevlüt Çavusoglu für einen Appell zum Zusammenhalt genutzt, zur
Mäßigung in der Sprache auch. Nach einer Phase, in der verbale
Scharfmacherei das deutsch-türkische Verhältnis schwer belastet hat,
ist Çavusoglus Aufruf zielführend. Erneut war es Mevlüde Genç als
Sprecherin der Opferfamilie, die am berührendsten formulierte, worauf
es ankommt: zum Guten nach vorn schauen. Gemeinsam.
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Datum: 29.05.2018 - 17:58 Uhr
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