NOZ: NOZ: Oligarch Onischtschenko will der nächste Präsident der Ukraine werden
ID: 1616039
Präsident der Ukraine werden
Geschäftsmann strebt Kompromiss mit Putin an: Krim bleibt
russisch, der Donbass ukrainisch
Osnabrück. Der im Exil lebende ukrainische Oligarch Oleksandr
Onischtschenko (49) will bei den ukrainischen Präsidentschaftswahlen
2019 antreten. "Die Wahlen sind am 31. März, genau an meinem 50.
Geburtstag. Dann will ich zum Präsidenten gewählt werden", sagte der
Geschäftsmann, gegen den in seinem Heimatland ein Haftbefehl wegen
Wirtschaftskriminalität vorliegt, in einem Interview mit der Neuen
Osnabrücker Zeitung (Donnerstag). "Die Ukraine verdient eine bessere
Regierung. Meine Absicht ist, nur eine Amtszeit zu regieren und die
Dinge in Ordnung zu bringen." Neben dem Kampf gegen Korruption will
sich Onischtschenko, der zurzeit nahe Barcelona lebt, vor allem für
wirtschaftliche Sicherheit einsetzen: "Ich würde an die Oligarchen in
der Ukraine folgendes Angebot machen: Wenn sie früher bereit waren,
50 Prozent direkt in die private Kasse von Viktor Janukowitsch zu
zahlen, sollen sie nun 50 Prozent ihrer Gewinne für den Staat und die
Menschen, für Infrastruktur und soziale Projekte zahlen. Den Rest
können sie investieren, wie sie wollen. Geheimdienst, Zoll- und
Finanzbehörden würde ich an die Kette legen, sodass sie legal
arbeiten." Für die Zukunft von Donbass und Krim hat Onischtschenko
klare Ziele: "Meine Vision ist eine Föderation so wie in Deutschland.
Der Donbass bekommt eine autonome Landesregierung, die vieles
entscheiden kann. Trotzdem gehört die Region weiterhin zum Staat
Ukraine." In der Krim-Frage könne er sich einen Kompromiss mit
Russland vorstellen: "Die Krim bleibt russisch, der Donbass kommt
zurück zur Ukraine. Wie kann man die Krim zurückholen, wenn die
Menschen dort es nicht wollen? Auf der Krim leben nun mal
mehrheitlich russische Leute." Am jetzigen Präsidenten Petro
Poroschenko übt Onischtschenko scharfe Kritik: "Poroschenko hat alle
betrogen und versucht, sich noch mehr zu bereichern als seine
Vorgänger. Es ist ihm gelungen, alle großen Geschäfte im Land zu
kontrollieren. 150 Banken hat er bankrott gehen lassen und sich deren
Geld angeeignet." Zudem betreibe Poroschenko ein raffiniertes Spiel,
indem er einen Oligarchen gegen den anderen ausspiele. "Er hat viele
Reformen versprochen, aber nicht eingelöst." Onischtschenko
kritisiert auch die EU und die USA: "Poroschenko bekommt viel zu viel
Geld vom Westen. Die Ukraine hat mittlerweile Schulden in Höhe von
100 Milliarden Dollar. Ich glaube, der Westen benutzt Poroschenko nur
für den Krieg mit Russland in der Ostukraine. Sonst säße er bestimmt
schon im Gefängnis. Nur weil er bereit ist, das Spiel mitzumachen und
sich gegen Russlands Präsident Wladimir Putin zu stellen, lässt
Amerika ihn nicht fallen." Poroschenko sei eine Marionette.
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Datum: 31.05.2018 - 05:00 Uhr
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