Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur CDU/CSU

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur CDU/CSU

ID: 1621175
(ots) - So bedrohlich war die Lage für Kanzlerin Angela
Merkel noch nie. Deutschland erlebt die tiefgreifendste
Regierungskrise seit 2005 und die arg gebeutelte Europäische Union
hat ein ernsthaftes Problem mehr. Viel hat nicht gefehlt, dann wäre
es schon am Donnerstag zum endgültigen Bruch zwischen CDU und CSU
gekommen. Offenkundig sind Bundesinnenminister Horst Seehofer und
seine Christsozialen entschlossen, dieses Mal die Machtfrage nicht
nur zu stellen, sondern sie auch zur Entscheidung zu bringen. Anders
ist das Ultimatum der CSU nicht zu deuten. Gelingt es also den
Spitzen der CDU über das Wochenende nicht doch noch, die
Schwesterpartei zum Zeitaufschub zu bewegen und der Kanzlerin so
wenigstens bis zum EU-Gipfel freie Hand zu gewähren, dann wird diese
Regierung schon in wenigen Tagen handlungsunfähig sein. Da nützt
Angela Merkel auch die Unterstützung der SPD, die aus
nachvollziehbaren Gründen keinerlei Interesse an Neuwahlen hat,
herzlich wenig. Vollkommen unerheblich ist dabei, ob die Sache eine
solche Eskalation zwischen CDU und CSU überhaupt wert ist. Denn es
geht um mehr als um die Zurückweisungen an der Grenze. Dafür ist die
Zahl der Flüchtlinge, die von einer solchen Entscheidung betroffen
wären, ohnehin viel zu gering. Es geht darum, wer in der
Flüchtlingspolitik die Deutungshoheit für sich gewinnt. Ein Konflikt,
der seit 2015 schwelt und für die Bundestagswahl mühsam übertüncht
wurde. Lange schon sehen Seehofer und die Seinen die Mehrheit der
Bevölkerung auf ihrer Seite. Befeuert von den jüngsten, durch
abgelehnte Asylbewerber begangenen schlimmen Verbrechen ist die
Stimmung im Land verständlicherweise zusätzlich extrem aufgeheizt.
Unerheblich bleibt momentan deshalb auch, ob ein einsamer
Ministerentscheid der CSU im heraufziehenden Landtagswahlkampf
wirklich nutzt. Dass er ihn sein Amt kosten könnte, weiß Seehofer.


Doch scheint er das Risiko in Kauf zu nehmen, weil er endlich die
Stunde der Abrechnung gekommen sieht. Angela Merkel dagegen läuft die
Zeit davon. Es stimmt zwar, dass ihr die CDU-Abgeordneten gestern
mehrheitlich den Rücken gestärkt haben. Doch daraus sollte man nicht
voreilig neue Zustimmung zu ihrem Kurs ableiten. Viele
CDU-Parlamentarier teilen die Kritik der Bayern - auch weil der Druck
aus den eigenen Wahlkreisen einfach nicht nachlassen will. Aber
selbst, wenn die Kanzlerin eine Art Galgenfrist erhält, ist die Frage
offen, wie sie angesichts der Zerstrittenheit innerhalb der EU zu
einer Lösung kommen will, die international wie auch daheim
mitgetragen wird. Mutmaßlich müsste sie ihr Heil in bilateralen
Abkommen beispielsweise mit Italien suchen. Das hat beim
EU-Türkei-Abkommen schon einmal geklappt. Gegenwärtig aber ist noch
nicht einmal sicher, ob Angela Merkel diese Chance überhaupt noch
bekommt.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Rheinische Post: Kommentar / 
Die Union steht am Abgrund 
= Von Eva Quadbeck ARD-DeutschlandTrend: Erwartungen an deutsche Mannschaft bei WM höher als 2014
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.06.2018 - 21:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1621175
Anzahl Zeichen: 3317

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 305 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur CDU/CSU"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Rheinische Post: Kommentar / Euro auf Entziehungskur = Von Antje Höning ...
Noch müssen sich die Sparer gedulden, die Währungshüter haben in Riga noch nicht mal über einen Zeitplan zur Leitzins-Anhebung gesprochen. Und doch ist ein Ende der Leiden in Sicht. Die EZB will das Programm zum billionenschweren Anleiheankauf auslaufen lassen. Endlich. Sie hatte es einst ge

Rheinische Post: Kommentar / Die Union steht am Abgrund = Von Eva Quadbeck ...
Ausgerechnet zum Start der Fußballweltmeisterschaft löst die Union mit ihrem ewigen Streit über die Asylpolitik eine Regierungskrise aus. Normalerweise verlegt sich die Politik in diesen vier Wochen darauf, an der öffentlichen Aufmerksamkeit vorbei ein paar unbeliebte Gesetze durchzuwinken u

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Universitätsklinikum OWL ...
Die alte Landesregierung wollte keine eigene Medizinfakultät für OWL - zu teuer. Sie favorisierte das »Bochumer Modell«, die Kooperation der dortigen Uni mit Kliniken in der hiesigen Region für die klinische Ausbildung der Studenten. In einem Bewerbungsverfahren setzten sich bekanntlich Kli

Mittelbayerische Zeitung: Leitartikel zur Union: Eine Frage der Glaubwürdigkeit von Christine Schröpf ...
Im Asylstreit um die Begrenzung der Zuwanderung geht es um die Glaubwürdigkeit von Angela Merkel und Horst Seehofer. Das macht den Konflikt so brisant, der seit Herbst 2015 schwelt und nie wirklich geklärt worden ist. Nun lässt sich die Kluft nicht mehr verschleiern. Am Ende des brutalen Kräf


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z