Bundeswehr raus aus den Schulen

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Bundeswehr raus aus den Schulen



(pressrelations) - Über 400.000 Jugendliche sind im vorigen Jahr in der Schule von Offizieren der Bundeswehr beeinflusst worden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE hervor (BT-Drs. 17/502). Jugendoffiziere der Bundeswehr haben demnach mit Vorträgen und Diskussionen über 113.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. So genannte Wehrdienstberater, also Rekrutierungsoffiziere, haben im Jahr 2009 über 11.600 Vorträge an Schulen gehalten - vor rund 290.000 Jugendlichen. Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion, erklärt dazu:

"Die Bundeswehr-Offiziere schildern den Jugendlichen die Militärpolitik der Bundesregierung, stellen den Afghanistan-Krieg als legitim dar und preisen die vermeintlichen Vorzüge des Arbeitgebers Bundeswehr, um sie dazu zu veranlassen, sich als Zeitsoldaten zu bewerben. Dass diese einseitige Indoktrination als Unterricht gilt, ist völlig unverständlich. Schulen müssen Bildungsstätten bleiben und dürfen nicht als Rekrutierungsanstalten für das Militär missbraucht werden. DIE LINKE fordert deswegen, Jugendoffiziere und Wehrdienstberater aus Schulen abzuziehen.

Doch die Bundeswehr will ihre Rekrutierungsbemühungen im laufenden Jahr sogar noch ausbauen. So haben sich die Zentren für Nachwuchsgewinnung die Teilnahme an 684 Messen und Veranstaltungen vorgenommen, darunter Volksfeste und Ausbildungsmessen, aber auch zahlreiche Werbeauftritte auf Schulhöfen. Im vorigen Jahr waren es noch 547 solcher Einsätze. Hinzu kommen weitere Auftritte wie der sogenannte Karriere-Truck.

Gegen diese Militarisierung von Schule und Öffentlichkeit regt sich zunehmend Widerstand, den ich ausdrücklich unterstütze. Sämtliche Reklametermine der Bundeswehr sowie die Daten zu öffentlichen Gelöbnissen werde ich auf meiner Homepage veröffentlichen."


F.d.R. Christian Posselt

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Datum: 13.02.2010 - 01:17 Uhr
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