Glyphosat-Protest beim UBA / Neue Studie belegt negative Auswirkungen für Artenvielfalt

Glyphosat-Protest beim UBA / Neue Studie belegt negative Auswirkungen für Artenvielfalt

ID: 1627234
(ots) - Die Bürgerbewegung Campact hat heute vor dem
Umweltbundesamt (UBA) für ein nationales Glyphosat-Verbot
demonstriert. Über 30 Campact-Aktive übergaben Maria Krautzberger,
der Präsidentin des Amtes, eine neue Studie zum Artenschwund durch
Glyphosat. Der Agrarökologe Prof. Teja Tscharntke zeigt darin, dass
Glyphosat zum Verlust seltener Ackerwildkräuter führt. In Folge
verlieren Bienen, Schmetterlinge und Vögel die Nahrungsgrundlage. Zum
Schutz der Artenvielfalt fordert Campact, dass das UBA neue
Zulassungen für Pestizide mit Glyphosat verhindert.

Der neuen Studie zufolge sind von den 270 Ackerwildkraut-Arten in
Deutschland ein Drittel gefährdet und regional bis zu 90 Prozent der
Populationen verschwunden. Durch den Rückgang der Ackerwildkräuter
verlieren zahlreiche Insekten ihr Futter. Seit 1990 hat sich die
Biomasse, also die Menge, fliegender Insekten um 75 Prozent
verringert. Von den 560 Wildbienenarten sind 41 Prozent in ihren
Beständen gefährdet.

"Um Bienen und Schmetterlinge zu schützen, muss Glyphosat vom
Acker", sagt Gerald Neubauer von Campact. "Das Umweltbundesamt kann
die Zulassungen für Pestizide mit Glyphosat verhindern. Wir wollen
Frau Krautzberger ermutigen hier nicht einzuknicken." Für Prof.
Tscharntke ist dabei der Verzicht auf Glyphosat nur ein erster
Schritt bei der Umstellung auf eine Biodiversitäts-freundliche
Landwirtschaft.

Die Zeit für ein schnelles Verbot läuft ab - als Symbol dafür
errichteten die Demonstrantinnen und Demonstranten vor dem Amt in
Dessau eine übergroße Sanduhr. Bis Dezember müssen das UBA und das
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über
die Zulassung von 29 glyphosathaltigen Pestiziden entscheiden. Wenn
die Behörden diese Produkte wieder zulassen würden, bliebe Glyphosat
noch bis mindestens 2023 in Deutschland in Gebrauch. Doch das


Umweltbundesamt kann die Zulassungen verhindern, wenn es allzu
negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt feststellt.

Zusätzlich zu der Studie erhielt die Behördenchefin mehr als
450.000 Unterschriften für ein nationales Glyphosatverbot. Die
Unterschriften wurden gemeinsam von Campact und dem Umweltinstitut
München gesammelt.

Links:

Biodiversitätsverluste durch Glyphosat in Deutschland:
https://campact.org/wildkraut

Der Appell für ein nationales Verbot:
https://www.campact.de/glyphosat/



Pressekontakt:
Svenja Koch, koch@campact.de, Tel.: 04231 957 590 (auch mobil)

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Datum: 03.07.2018 - 12:47 Uhr
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