VDA-Präsident Bernhard Mattes: "Wir arbeiten daran, neues Vertrauen zu gewinnen und unsere Gla

VDA-Präsident Bernhard Mattes: "Wir arbeiten daran, neues Vertrauen zu gewinnen und unsere Glaubwürdigkeit wieder zu stärken" (AUDIO)

ID: 1627266
(ots) -
Die Herausforderungen für die deutsche Automobilindustrie sind
groß: Diesel und Luftqualität, Ruf der Branche, CO2-Regulierung,
Protektionismus, Zölle und Handelskonflikte

MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Positive Nachrichten heute von der deutschen Automobilindustrie:
Die deutschen Pkw-Hersteller werden 2018 ihre weltweite Produktion um
1 Prozent auf den neuen Höchststand von 16,7 Millionen Einheiten
steigern. Davon werden 11,2 Millionen im Ausland gefertigt. Im ersten
Halbjahr dieses Jahres ist der deutsche Pkw-Markt um 3 Prozent auf
1,84 Millionen gestiegen. Der Auftragseingang aus dem Inland ist
stabil, der ausländische Auftragseingang hat zugelegt. Diese Zahlen
gab VDA-Präsident Bernhard Mattes heute Mittag (03.07., 12 Uhr) auf
der Halbjahres-Pressekonferenz in Berlin bekannt. Seine erste
Halbjahreskonferenz nutzte der neue Präsident gleich zu Beginn zu
einer persönlichen Bemerkung:

O-Ton Bernhard Mattes

Ich nehme die Vorfälle der Vergangenheit und auch die aktuellen
Entwicklungen sehr ernst. Wir haben massiv an Vertrauen und auch
Glaubwürdigkeit verloren und das bewegt mich auch persönlich. Wir
arbeiten daran, neues Vertrauen zu gewinnen und unsere
Glaubwürdigkeit wieder zu stärken. Das geht natürlich nicht auf
Knopfdruck und das braucht auch Zeit. Dazu gehört, dass wir tun, was
wir sagen, dass Verlässlichkeit und Transparenz unser Handeln
bestimmen. Wir wissen, wir müssen liefern und wir müssen liefern, was
wir versprochen haben. (0:37)

Die Herausforderungen für den neuen Verbandspräsidenten und die
deutsche Automobilindustrie sind groß: Diesel und Luftqualität, Ruf
der Branche, CO2-Regulierung, Protektionismus, Zölle und
Handelskonflikte sowie Fahrverbote:

O-Ton Bernhard Mattes

Die Politik in Deutschland will keine Fahrverbote, wir auch nicht,


und die Autofahrer schon gar nicht. Es wird also höchste Zeit, der
Vernunft wieder Vorrang einzuräumen: Der moderne Diesel ist nicht
Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Wir Deutschen sind in
dieser Technologie führend, unsere Wettbewerber wissen, dass sie uns
hier nicht überholen können. Wir dürfen uns daher auch nicht selbst
ausbremsen. (0:26)

Mattes forderte von der Politik bei der CO2-Regulierung Augenmaß
und machbare Ziele. Schon das 95-Gramm-Ziel, eine Absenkung des
Ausstoßes auf diesen Wert bis 2021, ist sehr anspruchsvoll und nur
erreichbar, wenn der Anteil von E-Autos kräftig zunimmt. Und dort
sieht der VDA-Präsident die deutschen Automobilhersteller sehr gut
aufgestellt:

O-Ton Bernhard Mattes

Die deutschen Hersteller verdreifachen in den kommenden drei
Jahren ihr Angebot von heute 30 auf über 100 neue E-Modelle. Im
gleichen Zeitraum investiert unsere Industrie insgesamt 40 Milliarden
Euro in alternative Antriebe, der Schwerpunkt liegt auf der
Elektromobilität. Die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen in
Deutschland haben sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, in
den ersten fünf Monaten in diesem Jahr, in 2018, stiegen sie um etwa
60 Prozent. Schon heute haben wir eine starke Marktposition: In
Westeuropa haben wir unseren Marktanteil bei
Elektro-Pkw-Neuzulassungen auf 48 Prozent gesteigert, in Deutschland
auf 66 Prozent. Der Erfolg unserer Unternehmen zeigt sich auch daran,
dass 80 Prozent der in Deutschland gefertigten Elektroautos
exportiert werden. (0:53)

Die deutsche Automobilindustrie ist deshalb so erfolgreich, weil
sie ihre Internationalisierungsstrategie in freiem und fairem
Wettbewerb umsetzen konnte. Mögliche Importzölle der USA auf
Fahrzeuge aus Europa und die angekündigten Zollerhöhungen seitens
China auf Autos aus den USA gefährden allerdings diesen Erfolg:

O-Ton Bernhard Mattes

Wir beobachten sehr aufmerksam und zugleich mit großer Sorge die
Entwicklung der internationalen Handelspolitik. Als Exportland sind
wir auf freien Marktzugang global angewiesen. Dies gilt übrigens auch
für unsere US-Standorte: Jedes zweite Auto, das wir in den USA
fertigen, geht in den Export. Die Bedeutung der deutschen
Automobilindustrie für die USA machen wir, auch in Gesprächen, gerade
jetzt immer wieder deutlich. Trotz der derzeit schwierigen Lage mit
den USA plädieren wir dafür, auch auf Politikebene im Gespräch zu
bleiben, um die transatlantischen Beziehungen zu stärken und die
bestehenden Probleme zu lösen. (0:40)

Abmoderation:

VDA-Präsident Bernhard Mattes erwartet beim Pkw-Weltmarkt 2018 ein
Wachstum von 2 Prozent, für Europa und auch für Deutschland von 1
Prozent. Die deutsche Automobilindustrie beschäftigt aktuell (Stand
April 2018) 832.000 Mitarbeiter in den Stammbelegschaften, der
höchste Stand seit der Wiedervereinigung.



Pressekontakt:
Ansprechpartner:
VDA, Eckehart Rotter, 030 897842 120
all4radio, Hermann Orgeldinger, 0711 3277759 0

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Datum: 03.07.2018 - 13:30 Uhr
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