Paritätischer übt scharfe Kritik am "Masterplan Migration"

Paritätischer übt scharfe Kritik am "Masterplan Migration"

ID: 1629437
(ots) - Der Paritätische kritisiert den von
Bundesinnenminister Seehofer vorgestellten "Masterplan Migration"
aufs schärfste. So werde ausschließlich von "Migration" und
"Migranten" gesprochen, die in der Asylgesetzgebung verbrieften
Rechte von Schutzsuchenden hingegen völlig außer Acht gelassen.
Darüber hinaus kritisiert der Verband, dass unter den zentralen
Begriffen der "Steuerung" und "Ordnung" de facto zahlreiche neue,
restriktive Regelungen eingeführt würden, die teilweise sogar über
die im Koalitionsvertrag vereinbarten Absichten hinausgingen, so zum
Beispiel die längere Bezugszeit von abgesenkten Leistungen nach dem
AsylbLG und dem Vorrang der Sachleistungsgewährung. Gleichzeitig
fehle die ebenfalls im Koalitionsvertrag vereinbarte Einrichtung
einer unabhängigen, also nichtstaatlichen Asylverfahrensberatung
ganz. Auch die Einrichtung von sogenannten ANKerZentren, lehnt der
Paritätische klar ab.

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen
Gesamtverbands: "Begriffe wie 'Ankerzentren' sollen uns in die Irre
führen. Es handelt sich um nichts anderes als Lager."
Großeinrichtungen zur Unterbringung von Geflüchteten müssten laut dem
Paritätischen dringend vermieden und die Verteilung aus den
Erstaufnahmeeinrichtungen in dezentrale Unterkünfte so früh wie
möglich, spätestens nach drei Monaten erfolgen. Nur damit seien die
Gewährleistung von Integrations- und Teilhabemöglichkeiten,
unabhängig von der Bleibeperspektive, sichergestellt. Zudem
kritisiert der Paritätische die Unterbringung von Schutzsuchenden in
geschlossenen Lagern, weil damit die Anerkennung und Durchsetzung
spezieller Unterbringungs-, Versorgungs-, und Schutzbedarfe für
besonders gefährdete und schutzbedürftige Flüchtlinge verunmöglicht
sei.

Völlig fehle dem Paritätischen im "Masterplan Migration" die für


das Gelingen einer "Steuerung" und "Ordnung" notwendige Bereitschaft,
Schutzbedürftige im Rahmen von humanitären Aufnahme- oder
Resettlementprogrammen im notwendigen Maße aufzunehmen und weitere
legale Wege der Zuwanderung zu schaffen.

Für den Paritätischen ist überdies eine nationale oder europäische
Flüchtlingspolitik, die im Kern vorrangig auf die Auslagerung des
Flüchtlingsschutzes abzielt und sogar in Kauf nimmt, dass notwendige
Seenotrettung unterbleibt, völlig inakzeptabel. "Wir erleben gerade,
wie hier bei uns in Deutschland und Europa Menschenrechte mit Füßen
getreten und ihre Universalität in Frage gestellt wird.", fügt
Schneider hinzu. "Dies wird besonders deutlich im Umgang mit der
zivilen Seenotrettung. Die Verrohung nimmt zu."



Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling
pr@paritaet.org
030 24636-305

Original-Content von: Paritätischer Wohlfahrtsverband, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF   Monsun in Bangladesch: 100.000 Kinder in Lebensgefahr
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.07.2018 - 13:19 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1629437
Anzahl Zeichen: 3115

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Soziales



Diese Pressemitteilung wurde bisher 497 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Paritätischer übt scharfe Kritik am "Masterplan Migration""
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Paritätischer Wohlfahrtsverband (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Studie belegt: Wohnen macht arm ...
Die Paritätische Forschungsstelle hat heute eine bahnbrechende Berechnung zur Wohnarmut in Deutschland veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen ein alarmierendes Bild: Deutlich mehr Menschen als bisher angenommen leben in Armut, wenn die Wohnkosten berücksichtigt werden. Die steigenden Mieten belast

Der Paritätische Gesamtverband: Achim Meyer auf der Heyde zum Vorsitzenden gewählt ...
In seiner heutigen Mitgliederversammlung hat der Paritätische Gesamtverband Achim Meyer auf der Heyde ohne Gegenstimme zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt damit auf den Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, der nach 12 Jahren an der Spitze des Verbandes nicht wieder antr

"Worauf warten wir noch?"/ Prominente aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft fordern ein Gewalthilfegesetz ...
Mit dem Slogan "Worauf warten wir noch?" fordern 22 Prominente aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft seit heute früh in einem 60-Sekunden-Film (https://www.youtube.com/watch?v=5Gm2-oaJWCg) ein Gewalthilfegesetz. Der Clou: Erstmals beteiligen sich Männer an einem solchen Video! Das un


Weitere Mitteilungen von Paritätischer Wohlfahrtsverband


"Beschäftigung schafft Zukunft": Fokus auf berufliche Perspektiven in Afrika / Geschäftsvolumen der GIZ steigt 2017 um knapp 7 Prozent ...
Lebensbedingungen von Millionen Frauen, Männern und Kindern weltweit zu verbessern, dafür setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein. "Damit Menschen gut in ihrer Heimat leben können, brauchen sie Bildung für ihre Kinder, Ausbildung für Jugendl

NSU-Doku "Heer, Stahl und Sturm" am Mittwoch online first ...
Die WDR-Dokumentation "Heer, Stahl und Sturm - Wer Nazis vertei-digt" wird am Mittwoch (11.7.) bereits ab 20.15 Uhr in der Mediathek Das Erste zu sehen sein (http://mediathek.daserste.de/). Die Filmemacherin Eva Müller hat die drei jungen Verteidiger von Beate Zschäpe, Wolfgang He

Korrektur: Erster Jahrestag der Befreiung von Mossul / Allein 1.500 Blindgänger im Krankenhaus Al Shifa / Mossul gleicht einer Zeitbombe / 09.07.2018, 16:49 Uhr) ...
Bitte beachten Sie, dass die Liste der Quellenangaben nicht vollständig übermittelt wurde. Es folgt die die korrekte Pressemitteilung: Acht Millionen Tonnen explosiver Kriegsreste (1) bedrohen auch ein Jahr nach der Befreiung die Stadt Mossul im Nordirak. Während Tausende von V

Mossul gleicht einer Zeitbombe / Krankenhaus Al Shifa mit 1.500 Blindgängern verseucht ...
Acht Millionen Tonnen explosiver Kriegsreste bedrohen auch ein Jahr nach der Befreiung die Stadt Mossul im Nordirak. Während Tausende von Verletzten versuchen, medizinische Versorgung zu bekommen und mehr als 300.000 (1) Binnenvertriebene in Flüchtlingslagern ausharren und auf ihre Rückkehr w


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z