Rohingya brauchen Perspektiven
ID: 1642309
Zustände in den Camps weiterhin zermürbend.
"In den Flüchtlingslagern in Bangladesch herrscht ein Jahr nach
der Flucht vor der Gewalt in Myanmar nur noch Hoffnungslosigkeit. Es
gibt für die dort lebenden Rohingya keine Aussicht auf Veränderung"
erklärt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft.
"Sie sind zwar mit dem Nötigsten versorgt, aber es fehlt eine
Perspektive. Das zermürbt die Menschen."
Fast 900.000 Rohingya sind seit Ende August 2017 nach Bangladesch
geflohen. Seit einem Jahr verharren sie nun in überfüllten Camps, die
einfachen Unterkünfte aus Planen und Bambus bieten nur wenig Schutz
gegen den Regen und die Stürme während der momentanen Regenzeit.
Privatsphäre ist bei der dichten Ansiedlung kaum vorhanden. Starke
Regenfälle verschärfen die Lage zusätzlich, sie verunreinigen das
Trinkwasser und Krankheiten breiten sich schneller aus. Bedingungen
für eine Rückkehr nach Myanmar sind nicht geschaffen.
Und die Menschen brauchen weiterhin Unterstützung. Insbesondere
die Kinder sind mit den schlimmen Erlebnissen der Flucht und dem
Leben im Lager völlig überfordert, jedes vierte Kind benötigt nach
Angaben der Kindernothilfe dringend psychosoziale Hilfe. Nach
Einschätzung der Welthungerhilfe ist zwar die Versorgung mit dem
Nötigsten halbwegs sichergestellt, aber die Menschen sind abhängig
von den Hilfsverteilungen und haben kaum Entscheidungsmöglichkeiten
für ihre Zukunft. Weder können sie einfach in ihre Heimat
zurückkehren, noch bieten sich in Bangladesch Aussichten auf
Veränderung.
Sorge bereitet inzwischen die mit der Hoffnungslosigkeit
einhergehende steigende Gefahr von Ausbeutung, Missbrauch und
Gewaltausbrüchen. Bündnis Entwicklung Hilft fordert, dass auf
internationaler Ebene dringend politische Lösungen gefunden werden
müssen, die den Rohingya ihre Menschenrechte garantieren und ein
selbstbestimmtes Leben ermöglichen.
Hinweise an Redaktionen: Gerne stellen wir Ihnen aktuelle
Aufnahmen aus den Camps zur Verfügung und vermitteln Ihnen
Interviewpartner*innen.
Pressemitteilung als PDF: http://ots.de/UcIoVY
Mehr Informationen zum Bündnis Entwicklung Hilft:
www.entwicklung-hilft.de
Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, DAHW,
Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes,
Welthungerhilfe sowie die assoziierten Mitglieder German Doctors,
Oxfam und Plan International leisten als Bündnis Entwicklung Hilft
akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.
Pressekontakt:
Bündnis Entwicklung Hilft
Pressestelle
Tel.: 030 - 278 77 393
presse@entwicklung-hilft.de
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Datum: 23.08.2018 - 11:47 Uhr
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