NABU: Großflächige Waldbrände zeigen, wie dringend der Waldumbau ist / Miller: Brände sind ein h

NABU: Großflächige Waldbrände zeigen, wie dringend der Waldumbau ist /
Miller: Brände sind ein hausgemachtes Problem - es brennen vor allem Nadelwald-Monokulturen

ID: 1642724
(ots) - Die extreme Hitze und die lange Trockenheit der
vergangenen Monate sorgen nicht nur für Ernteausfälle in der
Landwirtschaft sondern setzten auch unseren Wälder massiv zu. Aktuell
brennen südlich von Potsdam gut 400 Hektar Wald. Erst vor wenigen
Wochen musste wegen eines Waldbrandes nahe Potsdam die A9 gesperrt
werden. Waldbrände gibt es in Deutschland immer wieder, allerdings
sind sie in dieser Größe eine Ausnahme..

"Es brennen vor allem die Nadelwaldmonokulturen, in naturnahen
Laubwäldern gibt es so gut wie keinen Waldbrände. Ein hausgemachtes
Problem, denn die Monokulturen wurden von uns Menschen angelegt und
es wurde über viele Jahrzehnte dafür gesorgt, dass eine Durchmischung
mit heimischen Laubbaumarten nicht stattfinden kann", so der
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Seit Jahren setzen sich der NABU und die Arbeitsgemeinschaft
Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) für den naturnahen Waldumbau ein.
"Naturnaher Wald ist ein großer Beitrag zur Waldbrandprävention", so
Hans von der Goltz, Bundesvorsitzender der ANW. "Flächendeckendes,
leicht entflammbares Gras und die Nadel-Streuauflage der Monokulturen
wird in strukturreichen Wäldern durch die grünen Bäumchen der
nächsten Waldgeneration verdrängt."

Von Natur aus kämen in Deutschland vor allem Laubwälder vor. Der
Mensch in den vergangenen Jahrhunderten Laubwälder abgeholzt und mit
schnell wachsenden Nadelbäumen wieder aufgeforstet. Heute gibt es
immer noch viele naturferne Nadelforste aus Fichte und Kiefer.

Ein grundlegendes Problem ist der intensive Verbiss junger
Laubbäume durch Rehe und Dam- sowie Rothirsche. Nach der dritten
Bundeswaldinventur ist fast jede zweite Eiche, Ahorn, Kirsche oder
Esche in einer Höhe zwischen 20 und 130 verbissen, bei den Buchen ist
fast jede fünfte betroffen.



"Es ist weiterhin eine große Herausforderung der nächsten Jahre
den naturnahen Waldumbau voranzutreiben. Dazu braucht es Gesetze, die
die Jagd in die Mitverantwortung einbeziehen, Jäger, die effektiv
Rehe jagen, Förster, die naturnahe Waldstrukturen fördern und eine
Politik die entsprechendes Handeln fördert. Wir brauchen stabile
Wälder und je naturnäher unsere Wälder sind, desto weniger anfällig
sind diese gegenüber extremen Wetterereignissen", so der NABU
Waldexperte Stefan Adler.

Mehr Infos:
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/waelder/index.html?ref=nav
https://www.anw-deutschland.de



Für Rückfragen:
Stefan Adler, NABU-Waldexperte, Tel. +49 (0)30.284984-1623
E-Mail: Stefan.Adler@NABU.de

Christiane Schröder, NABU-Landesgeschäftsführerin Brandenburg,
+49(0)331-201 5576, Schroeder@NABU-Brandenburg.de

Hans von der Goltz, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft
Naturgemaße Waldwirtschaft (ANW), goltz@anw-deutschland.de

NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper |
Silvia Teich
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958 | -1588
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Datum: 24.08.2018 - 12:50 Uhr
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