BDC-Modellprojekt: einheitliche Vergütung ambulant und stationär
ID: 1644284
Versorgung wird immer lauter. Auch Bundesgesundheitsminister Jens
Spahn fordert Modelle zur besseren Zusammenarbeit von Kliniken und
Praxen. Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) hat
bereits 2013 das Modellprojekt "Hybrid-DRG Thüringen - Neue Wege im
Gesundheitswesen" ins Leben gerufen, um ambulante und stationäre
Leistungen gleichermaßen zu vergüten und die Sektorengrenzen
abzubauen. "Das Projekt ist durchaus gewagt. Es ist deutschlandweit
das erste nennenswerte Vorhaben, das die ambulanten und stationären
Sektoren tatsächlich verbindet, indem es beide Bereiche bei der
Bezahlung der Leistungen durch die Kassen gleichbehandelt", so
BDC-Präsident Prof. Dr. med. h.c. Hans-Joachim Meyer.
Pauschalisierung, Privatisierung, Wettbewerbsförderung und
kontinuierliche Eingriffe des Gesetzgebers haben bisher nicht dazu
geführt, dass Kosten nachhaltig reguliert werden. In den letzten
Jahrzehnten sind durch die unterschiedliche Vergütung von Kliniken
und Praxen Anreizsysteme entstanden. "Diese Anreize wirken sich
nachteilig auf die Patientenversorgung aus und mit höheren Kosten
auch negativ auf die Solidargemeinschaft der GKV-Versicherten",
erklärt Dr. med. Stephan Dittrich, der das Modellprojekt "Hybrid-DRG
Thüringen - Neue Wege im Gesundheitswesen" leitet und maßgeblich
gestaltet. "Eingriffe - egal ob ambulant oder stationär durchgeführt
- müssen bei gleicher Indikation und Qualität daher gleichermaßen
vergütet werden!" So würde künftig auch unnötigen Operationen und
"falschen" Anreizen vorgebeugt. Patienten, die stationär behandelt
werden müssten, würden weiterhin im Krankenhaus behandelt.
Eine zukünftige Herausforderung wird sein, zu definieren, wer
patientenorientiert was, wo, wie und mit welchen Kosten behandelt.
"Das Wichtigste bei diesen Fragestellungen ist natürlich die
praktische Umsetzung", so Dittrich. Gemeinsam mit Kostenträgern
entwickelte der BDC daher das Modellprojekt. "Nachdem über die Hälfte
der Kliniken in Thüringen und die niedergelassenen Chirurginnen und
Chirurgen ihr Interesse an dem Projekt bekundet hatten, starteten wir
die Umsetzung in 2016 mit vier Indikationen: Leistenhernie, vordere
Kreuzbandläsion, Stammvarikosis und Karpaltunnelsyndrom", so
Dittrich. "Wir leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur
sektorenübergreifenden Versorgung und der finanziellen Gleichstellung
von indikationsbezogen gleichwertigen Eingriffen in Kliniken und
Praxen."
Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC)
Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) ist mit über
17.000 Mitgliedern die größte europäische Chirurgenvereinigung. Er
vertritt die berufspolitischen Interessen deutscher Chirurginnen und
Chirurgen in Klinik und Praxis.
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Datum: 30.08.2018 - 08:33 Uhr
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