Rheinische Post: Flüchtlingshilfsprogramme im Irak stark unterfinanziert
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Flüchtlinge im Irak sind deutlich unterfinanziert. Nach einem Bericht
der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag) unter Berufung auf ein
Regierungspapier waren Ende vergangenen Jahres nur 45 Prozent der
benötigten Summe von 229 Millionen Dollar von Geberzusagen gedeckt;
in diesem Jahr seien es lediglich 11,5 Prozent des vom
Flüchtlingshilfswerk errechneten Bedarfs von 227 Millionen Dollar.
Die Bundesregierung habe sich entschieden, den Umfang ihrer
humanitären Hilfe für den Irak von bislang 43,4 auf 70 Millionen Euro
aufzustocken. Im Irak seien insgesamt rund 1,9 Millionen Menschen auf
Ernährungshilfe angewiesen. Nach dem Bericht auf Anfrage der Linken
leben rund 226.000 syrische Flüchtlinge in der Autonomen Kurdischen
Region. "Über 60 Prozent von ihnen leben nicht in Lagern, sondern in
sie aufnehmenden Gemeinden in der Region Kurdistan-Irak", schreibt
die Regierung. Die sozialen Beziehungen zur ortsansässigen kurdischen
Bevölkerung seien gut. Viele Einwohner könnten aufgrund der eigenen,
nicht lange zurückliegenden Erfahrung mit Flucht und Vertreibung die
Situation der Flüchtlinge nachempfinden. Als Konsequenz forderte die
Linken-Entwicklungsexpertin Helin-Evrim Sommer die Regierung zu einer
Neuausrichtung ihrer Irakpolitik auf. "Die Bundesregierung sollte
ihre bisherige Unterstützung für die kurdische Autonomieregion im
Nordirak zu einer Entwicklungspartnerschaft aufwerten", sagte Sommer.
Im Unterschied zum Regime in Bagdad hätten sich die Kurden als
"verlässliche Partner" erwiesen.
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Datum: 15.09.2018 - 00:00 Uhr
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