NABU fordert rasche Antriebswende bei Lkw

NABU fordert rasche Antriebswende bei Lkw

ID: 1650853
(ots) - Zum morgigen Start der IAA-Nutzfahrzeuge
in Hannover fordert der NABU strenge CO2-Grenzwerte auch für Lkw.
Angesichts des wachsenden Straßengüterverkehrs sei neben
Effizienzsteigerungen zudem ein beschleunigter Umstieg auf
elektrifizierte Antriebe auf Basis erneuerbarer Energien dringend
nötig. So müssten die Hersteller verstärkt auf Alternativen zum
Verbrennungsmotor setzen und Lkw anbieten, die mit Oberleitungen,
Wasserstoff oder Batterien betrieben werden.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Wenn sich die Lkw-Branche
in Hannover für sattes Wachstum feiert, blendet sie gern ihr
Klimaschutzproblem aus. Hinter den Kulissen tun die Lkw-Hersteller
alles dafür, um ambitionierte Verbrauchsvorgaben in Brüssel zu
verhindern und noch lange am Diesel festhalten zu können. Dabei hat
das Rennen um emissionsarme Fahrzeuge längst begonnen. Wer keine
innovativen Lösungen anbietet, schadet nicht nur Umwelt und Klima,
sondern riskiert auch die Zukunft Deutschlands und Europas als
erfolgreichem Produktionsstandort für Nutzfahrzeuge."

NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger: "Die Vorschläge der
Fahrzeughersteller zur Minderung des CO2-Ausstoßes von neuen Lkw sind
völlig inakzeptabel. Aktuelle Berechnungen unseres europäischen
Dachverbands 'Transport & Environment' zeigen, dass damit bis zum
Jahr 2030 real keine Emissionsminderung gegenüber heutigen Werten
erzielt werden kann. Dabei sehen die deutschen Klimaziele für den
Verkehrssektor vor, bis 2030 mindestens 40 Prozent CO2 gegenüber 1990
einzusparen." Doch davon sei man aktuell meilenweit entfernt, da die
sektorspezifischen Emissionen zuletzt sogar wieder leicht gestiegen
seien. Das Bundesverkehrsministerium rechnet im selben Zeitraum mit
einer Zunahme des Straßengüterverkehrs um 39 Prozent. Entsprechend
müssen Lkw und leichte Nutzfahrzeuge erhebliche Technologiesprünge


realisieren, um zum Klimaschutz beizutragen. Rein technisch und dabei
kosteneffizient sind laut dem International Council on Clean
Transportation (ICCT) beim Lkw 43 Prozent Effizienzsteigerung bis zum
Jahr 2030 möglich.

Aus der Wirtschaft kommt bereits der Wunsch nach schadstoffärmeren
Lastwagen. Große Logistik- und Handelsunternehmen forderten die
Europäische Kommission bereits im April in einem offenen Brief auf,
ambitionierte CO2-Grenzwerte für Lkw festzulegen. Besonders deutlich
ist laut NABU der Nachholbedarf deutscher Hersteller bei Bussen.
Immer mehr Kommunen fragen Elektrobusse nach, um das
Luftqualitätsproblem in den Griff zu bekommen. Mercedes-Benz, MAN,
Neoplan und Setra können aktuell keine serienreifen Produkte liefern,
während in China schon Hunderttausende Elektrobusse im Einsatz sind.

"Von einer Antriebswende bei Lkw profitieren auch Spediteure und
Verlader. Die leicht höheren Anschaffungskosten effizienterer
Fahrzeuge amortisieren sich bereits innerhalb weniger Monate durch
geringere Kraftstoffkosten", so Rieger. Hinzu kämen
volkwirtschaftliche Impulse. Eine Studie der European Climate
Foundation (ECF) kommt zu dem Ergebnis, dass allein durch gesteigerte
Effizienzvorgaben für Lkw ein Nettozuwachs von rund 120.000 Jobs bis
zum Jahr 2030 in Europa zu erwarten ist. Der NABU sieht die
Bundesregierung in der Pflicht, sich in Brüssel für strengere
Verbrauchsgrenzwerte, aber auch verbindliche Quoten für
emissionsfreie Fahrzeuge, einzusetzen.

Mehr Infos:
www.NABU.de/umwelt-und-ressourcen/verkehr/strassenverkehr/21445.html

Hintergrundpapier des NABU zu CO2-Grenzwerten für Lkw:
http://ots.de/kkquUM

ECF-Studie:
https://europeanclimate.org/trucking-into-a-greener-future/



Pressekontakt:
Daniel Rieger,
NABU-Verkehrsexperte,
Tel. +49 (0)30.2849841927,
Mobil +49 (0)174.1841313,
E-Mail: Daniel.Rieger@NABU.de

Daniel Rieger steht am 20. September auf der IAA in Hannover vor Ort
für Interviews und Rückfragen zur Verfügung.

NABU-Pressestelle

Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper |
Silvia Teich
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958 | -1588
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

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Datum: 18.09.2018 - 12:41 Uhr
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Berlin/Hannover



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