Energie in Pflegeheimen auch ohne Großinvestitionen sparen / Modellprojekt in Baden-Württemberg und NRW beendet - 21 Prozent weniger Energie für Wärme
ID: 1653409
und Nordrhein-Westfalen haben den Beweis dafür geliefert, dass mit
guter Umweltkommunikation und ohne große Investitionen das
Bewusstsein für intensiveres Energiesparen in der Pflege langfristig
gestärkt und konkret Verbräuche verringert werden können. Im Rahmen
eines Modellprojektes des Steinbeis Forschungsinstituts Solites
(Stuttgart) konnten im letzten Jahr bis zu 21 Prozent Wärme und je
zwölf Prozent Strom und Wasser eingespart werden. Die Ergebnisse
wurden heute im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in Mülheim/Ruhr
präsentiert. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatte das
Projekt fachlich und finanziell mit über 182.000 Euro gefördert.
Hohes Klimaschutzpotenzial in deutschlandweit 12.000
Pflegeeinrichtungen
"Man kann den Energieverbrauch in Alten- und Pflegeeinrichtungen
auch ohne große Investitionen verringern, wenn alle Beteiligten sich
im Alltag energiebewusst verhalten", stellte DBU-Referatsleiterin
Verena Exner fest. Und auch Projektleiterin Magdalena Berberich von
Solites zog ein positives Fazit: "Wenn das Thema Energie in den
Einrichtungen sichtbar wird, sind die Menschen auch bereit, sich
dafür zu engagieren." Mit 12.000 stationären Pflegeeinrichtungen in
Deutschland sei das Potential für den Klimaschutz in der Branche sehr
groß. Teilweise sei der Energieverbrauch in den Einrichtungen pro
Bewohner so hoch wie der einer vier- bis sechsköpfigen Familie, so
Berberich weiter.
Informationsmaterialien rund um Maskottchen Eddie
Die Initiative "Energieeffizienz für Pflegeeinrichtungen" wird
seit Juni 2015 unter Führung von Solites zusammen mit der
Landeshauptstadt Stuttgart, dem Beratungsbüro Nowak (Düsseldorf) und
den Alten- und Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Gemeinsam wurde ein
Umweltkommunikationskonzept entwickelt, das das Bewusstsein für
Energie in der Pflege stärken und den Verbrauch über
Verhaltensveränderung sowie geringinvestive technische und
organisatorische Maßnahmen langfristig senken soll. Berberich: "Der
Erfahrungsaustausch in regelmäßigen Arbeitskreisen wurde von den
Beteiligten der Einrichtungen wie Geschäftsleitung, Haustechniker und
Pflegepersonal sehr begrüßt und führte zu vielen Ideen." Solites
entwickelte eine Internetplattform, auf der die Einrichtungen ihre
Energiedaten selbst eintragen und auswerten können. Rund um das
Maskottchen Eddie wurden Informationsmaterialien entworfen, die an
Lichtschaltern, Fenstern und Wärmewagen zum effizienten Handeln
motivieren sollen. Berberich: "Im stressigen Pflegealltag wird meist
einfach nicht daran gedacht, etwas anders zu machen als bisher. In
der Erprobungsphase des Konzepts in den Piloteinrichtungen wurde aber
gezeigt, dass schon mit geringem Aufwand Einsparungen möglich sind."
In Summe wurde 2017 in den elf Einrichtungen der Ausstoß von 380
Tonnen Kohlendioxid vermieden.
Großes Einsparpotenzial durch einfache technische und
organisatorische Maßnahmen
Um die Kosten möglichst gering zu halten und die Kosten für die
Pflegebedürftigen nicht zu erhöhen, seien die Maßnahmen bewusst auf
das Nutzerverhalten und geringinvestive Maßnahmen begrenzt worden.
Gezeigt habe sich, dass es dennoch viele Möglichkeiten gebe, den
Energieverbrauch zu verringern. Exner: "Neben dem energiebewussten
Verhalten liefern einfache technische und organisatorische Maßnahmen
ein unerwartet großes Einsparpotenzial." Wie beispielsweise
Heizungsregelung oder Beleuchtungssteuerung optimiert werden können
und das Personal geschult wurde, wurde bei der Abschlussveranstaltung
von den Projektbeteiligten vorgestellt. Weitere Informationen:
www.ee-fuer-pflege.de.
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Datum: 25.09.2018 - 10:43 Uhr
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