Rheinische Post: Kommentar: Spaltung reicht nicht
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Nach erbittertem Machtkampf gibt auch Thyssenkrupp dem Druck der
Investoren nach und zerlegt sich in zwei Teile: einen guten namens
Industrials und eine Art Bad Bank namens Materials für
Problemgeschäfte. Die Börse feiert, die IG Metall ist zufrieden.
Warum also der Streit der vergangenen Monate? Weil das alles erst der
Anfang ist. Thyssenkrupp macht nach, was die Nachbarn RWE und Eon
2016 vorexerzierten. Hier machen schon kurz nach der Spaltung die
Mütter Kasse und stoßen ihre Töchter ab. Kein Wunder: Durch
Aufspaltung allein wird kein kranker Konzern gesund. Das wusste die
Garde um den früheren Chef Heinrich Hiesinger, zu der einst auch
Guido Kerkhoff als Finanzvorstand gehörte. Doch mit seiner Volte
binnen weniger Wochen dient sich der wendige Kerkhoff den
Großaktionären für mehr an. Die Krupp-Stiftung, die nun vage
Zustimmung signalisiert, muss sich fragen lassen, wie die Spaltung
mit ihrem Auftrag (Wahrung der Einheit) zu vereinbaren ist und warum
sie Thyssenkrupp durch ihren Eiertanz überhaupt in eine tiefe
(Führungs-)Krise stürzte.
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Datum: 27.09.2018 - 21:00 Uhr
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