Kölner Stadt-Anzeiger: Tod in der Zelle: Schlampige Ermittlungsarbeit führte offenbar zur Festsetzung des falschen Häftlings
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JVA Kleve verbrannte, zu Unrecht in Haft saß, ist offenbar auf
schlampige Zusammenarbeit der Polizei Kleve und der
Staatsanwaltschaft in Hamburg zurückzuführen. Wie der "Kölner
Stadt-Anzeiger" (Mittwoch-Ausgabe) aus Ermittlungskreisen erfuhr,
firmierte der Flüchtling unter dem Namen Ahmed Ahmed. Ersten
Erkenntnissen zufolge, benutzte auch er falsche Legenden.
Untersuchungen ergaben, dass sich bei einer Überprüfung seiner
Personalien in den Fahndungssystemen durch das gleiche Geburtsdatum
und einen ähnlich lautenden Aliasnamen ein Treffer mit einem durch
die Staatsanwaltschaft Hamburg gesuchten Dieb aus Mali ergab.
Allerdings gab es einen gravierenden Unterschied: Letzterer war laut
Haftbefehl in Timbuktu geboren, Ahmed Ahmed aber im syrischen Aleppo.
Offenbar forschte die Kripo in Kleve nicht weiter nach, und forderte
zum Abgleich kein Bild an, sondern teilte der Hamburger
Staatsanwaltschaft mit, dass man den Gesuchten gefunden habe. Eine
weitere Überprüfung der Identität unterblieb.
Der gesuchte Dieb aus Mali war 2015 und 2016 wegen schweren und
einfachen Diebstahls zu mehr als zehn Monaten Haft verurteilt worden,
aber seine Strafe nicht antrat. Daraufhin wurde mittels
Vollstreckungshaftbefehl nach ihm gefahndet. Nach der Festnahme von
Ahmed Ahmed wähnten sich sowohl die NRW- als auch Hamburger Behörden
am Ziel. Die Hanseaten baten darum, der verhaftete Delinquent solle
die zehn Monate Haft in Kleve absitzen. Der Irrtum kam nur heraus,
weil in Ahmeds Zelle die Matratze Feuer fing und er schwerverletzt
geborgen wurde. Vergangenen Samstag starb der 26-jährige Syrer.
https://www.ksta.de/panorama/inhaftierter-syrer-in-der-zelle-verbr
annt---fatale-verwechslung-mit-todesfolge-31385218
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Datum: 03.10.2018 - 01:00 Uhr
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