NOZ: Bundeswehr baut Beteiligung an Manövern und Übungen aus
ID: 1659020
Übungen aus
Kosten von 300 Millionen Euro - Linke kritisiert Nato-Manöver an
russischer Grenze
Osnabrück. Die Bundeswehr baut in diesem Jahr ihre Beteiligung an
internationalen Manövern und Übungen deutlich aus und lässt sich dies
mehr kosten als zuvor. Für das Gesamtjahr sind rund 300 Millionen
Euro Kosten für die Teilnahme eingeplant, während 2017 nur 264
Millionen Euro ausgegeben wurden. Das geht aus einer Antwort des
Bundesverteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken
hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegt. Während im
vergangenen Jahr 10.160 Soldaten an solchen Übungen teilnahmen, sind
in diesem Jahr mindestens 16.000 Soldaten eingeplant. Ein Grund für
die steigende Zahl an Übungen ist, dass die Bundeswehr im Januar 2019
die Führung der schnellen Eingreiftruppe der Nato übernehmen soll und
sich darauf vorbereiten muss.
Bis Mitte September beliefen sich die Kosten laut Ministerium
bereits auf 208 Millionen Euro. Mit den veranschlagten 90 Millionen
Euro für das Nato-Großmanöver "Trident Juncture" vom 25. Oktober bis
23. November in Norwegen summiert sich dies auf die genannten rund
300 Millionen Euro. Für die Nato ist dies die größte Militärübung
seit Jahren, die der Absicherung der östlichen Bündnispartner gegen
Russland dient.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Sevim
Dagdelen, kritisierte: "Der neue Ausgabenrekord für Manöver von 300
Millionen Euro dient weder der Völkerverständigung noch Frieden und
Sicherheit in Europa." Die Außenexpertin fügte hinzu: "Es ist
bemerkenswert, dass zwar kein Geld für die Sanierung von Schulen oder
etwa eine menschenwürdige Pflege da ist, aber für das Säbelrasseln
gegenüber Russland schon."
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte dagegen die
Bedeutung des Nato-Manövers, mit dem die Nato "lange geplant und
angekündigt auf das wiederholt aggressive Verhalten Russlands in den
vergangenen Jahren gegenüber seinen Nachbarn reagiert und
Einsatzbereitschaft wie auch Reaktionsfähigkeit demonstriert". Der
Beitrag Deutschlands sei mit 10.000 Soldaten und 4000 Fahrzeugen der
zweitgrößte nach dem der USA. Auch der Wehrbeauftragte des
Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), sagte: "Soldaten müssen üben.
So kann man Schwachstellen und Probleme identifizieren und daraus
lernen."
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Datum: 11.10.2018 - 01:00 Uhr
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