Rheinische Post: Kommentar /
Landtagswahl wurde in Berlin entschieden
= VON EVA QUADBECK
ID: 1659967
Volksparteien vorhergesagt. Dennoch ist der Anblick von Union und SPD
nach der Bayern-Wahl furchtbar. Die CSU hat noch nicht einmal mehr
die Kraft, die Worte "absolute Mehrheit" zu buchstabieren. Die
Sozialdemokraten sind pulverisiert. Sie sind mit dem Ergebnis in
Bayern in einer neuen Dimension der Bedeutungslosigkeit angelangt.
Dieses historische bayerische Ergebnis verbietet ein Weiter-so in
Berlin. Eine Kabinettsumbildung, an deren Ende der bisherige CSU-Chef
Horst Seehofer der Regierung nicht mehr angehört, wäre ein Anfang.
Notwendig ist auch ein Wir-haben-verstanden-Signal der CDU, die
zumindest mal einen Plan vorlegen muss, wie die Nachfolge von
Parteichefin Merkel organisiert werden soll. Der Parteitag im
Dezember wäre dafür das richtige Forum. Und für die Sozialdemokraten
reicht es eben nicht, sich nur in der Renten- und Wohnungspolitik zu
Anwälten der kleinen Leute aufzuschwingen. Sie müssen es auch in der
Integrations- und Sicherheitspolitik tun.
Keine Frage: Diese bayerischen Landtagswahlen sind in Berlin
entschieden worden. Die Hauptakteure auf dem Berliner Parkett, Union
und SPD, sind in München dafür abgestraft worden, dass sie über ihren
Streit um Flüchtlingspolitik und die Zukunft des
Verfassungsschutzpräsidenten die Bodenhaftung und das Gespür fürs
Volk verloren haben. Die CSU muss aber gar nicht anklagend mit dem
Finger in Richtung Hauptstadt weisen. Die beiden handfesten
Regierungskrisen im Juni und im September hat jeweils CSU-Parteichef
Seehofer angezettelt.
Es sind nicht nur die Regierungskrisen, die die Wähler zu dem
breit gefächerten Angebot der anderen Parteien getrieben haben. Es
herrscht inzwischen Misstrauen, ob die traditionellen Volksparteien
überhaupt in der Lage sind, den Wohlstand für die Zukunft durch
effiziente Digitalisierung, anpassungsfähige Sozialsysteme,
zielgerichtete Bildung, notwendigen Umweltschutz und konsequente
Migrationspolitik zu gestalten. Ein Jamaika-Bündnis auf Bundesebene
hätte diesen Themen mehr Auftrieb geben können, als es die
Beharrungskräfte der Groko vermögen. Auch das haben die bayerischen
Wähler zum Ausdruck gebracht.
Wer angesichts der Schwäche von Union und SPD die Grünen nun schon
als neue Volkspartei begrüßen möchte, liegt falsch. Ein zentrales
Kriterium von Volksparteien ist, dass sie dauerhaft mehr als 30
Prozent Zustimmung erhalten. Davon sind auch clever agierende Grüne
weit entfernt.
Das Ergebnis der AfD sendet das beruhigende Signal, dass diese
Partei ihr Potenzial ausgeschöpft zu haben scheint.
www.rp-online.de
Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion
Telefon: (0211) 505-2621
Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.10.2018 - 20:48 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1659967
Anzahl Zeichen: 3124
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Düsseldorf
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 578 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Rheinische Post: Kommentar /
Landtagswahl wurde in Berlin entschieden
= VON EVA QUADBECK"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Rheinische Post (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Neu-Nationalspieler Florian Neuhaus mag keine Vergleiche mit Toni Kroos und Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. "Beide sind große Spieler, die eine Ära des deutschen Fußballs geprägt haben. Natürlich ist es faszinierend, wie Kroos die Kontrolle über ein Spiel hat, und alles, was er
Ex-Nationalspieler Uwe Rahn an Darmkrebs erkrankt ...
Der frühere Nationalspieler und Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga, Uwe Rahn, ist an Darmkrebs erkrankt. Das sagte der 58-Jährige im Interview mit der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag). "Die Diagnose war für mich natürlich ein Schock. Da der Krebs fortgeschritten
NRW-Oppositionsführer Kutschaty fordert Ende von Armin Laschets "Stop-and-Go-Politik" ...
Kurz vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag dringt die SPD-Landtagsfraktion auf einen klaren Kurs der nordrhein-westfälischen Landesregierung: "Armin Laschet muss seine Strategie überdenken und rauskommen aus dieser Stop-and-Go-Politik. Lock
Weitere Mitteilungen von Rheinische Post
Kölner Stadt-Anzeiger: NRW-Politiker sehen in Streit der großen Koalition Grund für Schlappe von CSU und SPD ...
Köln. Politiker aus Nordrhein-Westfalen haben den andauernden Streit in der großen Koalition in Berlin für den Ausgang der bayerischen Landtagswahl mitverantwortlich gemacht. Der SPD-Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag, Thomas Kutschaty, sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag
Frankfurter Rundschau: Pressestimme zur Wahl in Bayern ...
Die Frankfurter Rundschau schreibt zur Wahl in Bayern: Die politische Landschaft stellt sich im Moment so dar, als bestünde sie aus zwei "Lagern": auf der einen Seite die liberale, modernisierungsfreudige, bis zu einem gewissen Grad sozial eingestellte Gruppe. Auf der anderen Seit
Aachener Nachrichten: Kommentar: Zeitenwende Das CSU-Debakel in Bayern verändert auch die Bundespolitik Von Christian Rein ...
Die CSU hat jahrzehntelang so unangefochten und übermächtig in Bayern regiert, dass es hieß, sie könne sogar Besenstiele mit dem Schriftzug der Partei versehen, und selbst die würden einen Sitz im Maximilianeum ergattern. Diese Zeiten sind nun vorbei: 35,5 Prozent nach ersten Prognosen - ei
Eine gesicherte Altersvorsorge - der Einstieg in die vermietete Immobilie ...
Ralf Schütt liefert mit seiner Firma HIPPP nicht nur eine unabhängige ImmobilienBeratung, sondern er verfolgt den Zweck, daß die Menschen verstehen, daß sie für ihre Altersvorsorge wirklich aktiv etwas tun müssen. Spezialisiert hat er sich dabei auf vermietete Immobilien, sein Steckenpferd i




