NABU: Bundesratsinitiative zum Wolf setzt falschen Fokus / Miller: Leichtere Entnahmen sind kein Gewinn für den Herdenschutz
ID: 1662083
Brandenburg und Sachsen in den Bundesrat eingebrachten Antrag zum
Umgang mit dem Wolf kritisiert der NABU, dass zum wiederholten Male
der Fokus in der Wolfsdebatte auf den Schutzstatus und leichtere
Entnahme von Wölfen gelegt wird.
"Die Sicherheit des Menschen steht auch für den NABU an erster
Stelle. Wölfe, die für Menschen kritisches Verhalten zeigen, können
allerdings auch unter der momentanen Rechtslage schon entnommen
werden", so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, "Auffälliges
Verhalten ist der absolute Ausnahmefall."
"Wir begrüßen das Bestreben der Länder, die Weidetierhaltung zu
unterstützen, sofern es kein Lippenbekenntnis bleibt. Die Anwesenheit
des Wolfes verlangt von den Tierhaltern einen erhöhten Arbeitsaufwand
- welcher entschädigt werden muss, gerade wenn die Schäfer auch in
Zukunft noch wichtige Leistungen für Natur und Gesellschaft erbringen
sollen", so Miller. "Das ist jedoch nur mit fachgerechtem
Herdenschutz möglich." Der NABU appelliert an die Länder, ihre
Kapazitäten für die Bearbeitung von Herdenschutz- und
Kompensationsanträgen personell und strukturell auszubauen. Wenn es
um Fragen der Akzeptanz für Wölfe geht, sind Transparenz und
Erreichbarkeit der entscheidenden Behörden das A und O. Miller:
"Erleichterte Entnahmen hingegen bringen keinerlei Gewinn beim
Herdenschutz, und das sollte den Tierhaltern und der Gesellschaft
auch nicht vorgegaukelt werden."
Pressekontakt:
Marie Neuwald, NABU-Wolfsexpertin, Tel. +49 (0)30.28 49 85-1624,
E-Mail: Marie.Neuwald@NABU.de
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Datum: 19.10.2018 - 10:23 Uhr
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