Frankfurter Rundschau: Erdogans doppeltes Spiel
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Recep Tayyip Erdogan auch diesmal nicht als Menschheitsgewissen,
Journalistenbeschützer und staatsmännischer Aufklärer, sondern
präsentierte sich erneut als Meister des doppelbödigen Machtpokers.
Aus Sicht der türkischen Führung ist der Schaden im Verhältnis zu
Saudi-Arabien nur noch zu begrenzen, wenn Mohammed bin Salman als
Thronfolger gehen muss. Und so setzt Erdogan darauf, das
Herrscherhaus durch Enthüllungen und internationale Empörung zu
zermürben. Erdogan weiß sich darin mit Zweigen der Königssippe einig,
die das Machtgebaren des Salman-Sohnes lieber heute als morgen
beenden möchten. Sollte der greise König Salman diesem Druck weichen
müssen, wäre Erdogan der Dank der übrigen Königssippe sicher - und
damit auch viele neue Investitionsmilliarden aus dem saudischen
Staatsschatz.
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Datum: 23.10.2018 - 17:39 Uhr
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