Zur Mitgliederversammlung des Textilbündnisses: SÜDWIND mahnt unzureichende Löhne in Indonesien an
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Textilbündnisses am 30. Oktober 2018 in Berlin veröffentlicht SÜDWIND
heute zwei Fact Sheets zur Lohnsituation von ArbeiterInnen in der
Textilbranche Indonesiens: Das Land gehört zu den zehn wichtigsten
Lieferländern von Bekleidung weltweit. Doch die Beschäftigten
arbeiten dort zu Mindestlöhnen, die von existenzsichernden Löhnen
weit entfernt sind. Mindestens 17 Mitgliedsunternehmen des deutschen
Textilbündnisses lassen in Indonesien produzieren, unter ihnen
adidas, H&M und Lidl. SÜDWIND fordert, dass diese
Mitgliedsunternehmen endlich mehr Einsatz bei der Umsetzung
existenzsichernder Löhne zeigen.
Das indonesische Mindestlohnsystem ist von zahlreichen, regionalen
Mindestlöhnen geprägt. "In Zentral-Java beispielsweise, wo mehr als
50 Zulieferfabriken für Textilbündnis-Mitglieder produzieren, liegt
der aktuelle Mindestlohn bei knapp 1,5 Mio. Rupien (rund 85 Euro) im
Monat." führt Dr. Sabine Ferenschild, SÜDWIND-Mitarbeiterin und
Autorin der Fact Sheets, aus. Doch, wie die "Asiatische
Grundlohn-Allianz" berechnet hat, ist das unzureichend. Ein
existenzsichernder Lohn für die Beschäftigten, also ein Lohn, der
u.a. für angemessene Unterkunft, Ernährung und Bildung ausreicht,
muss dagegen bei knapp 5,9 Mio. Rupien (rund 338 Euro) im Monat
liegen. "Es bleibt also noch viel zu tun, bis die Beschäftigten in
Indonesien von ihren Löhnen menschenwürdig leben können", so
Ferenschild weiter.
Ein mögliches Instrument, das die Umsetzung existenzsichernder
Löhne in Indonesien befördern könnte, ist das sog. "Protokoll zur
Vereinigungsfreiheit", das SÜDWIND in einem zweiten Fact Sheet
vorstellt. Dieses Protokoll wurde vor einigen Jahren von westlichen
Auftraggebern (u.a. adidas und Puma), indonesischen Zulieferbetrieben
und lokalen Gewerkschaften unterzeichnet. Es stärkt die
Gewerkschaftsfreiheit auf Fabrikebene und verlangt innerhalb von
sechs Monaten nach Gründung einer Betriebsgewerkschaft den Abschluss
einer Betriebsvereinbarung zwischen Management und Gewerkschaft.
"Dieser Ansatz, über die Stärkung der Gewerkschaftsarbeit auf
Fabrikebene die Lohnsituation zu verbessern, ist vielversprechend.
Leider fehlt noch eine Auswertung der bisher abgeschlossenen
Betriebsvereinbarungen, inwiefern sie auch das Thema Löhne
aufgegriffen haben", führt Ferenschild fort.
SÜDWIND fordert nun alle Mitglieder im Textilbündnis auf, sich im
Rahmen des verbindlichen Bündnisziels, existenzsichernde Löhne zu
erreichen, messbare und überprüfbare Maßnahmen zur Umsetzung
existenzsichernder Löhne in ihren Zulieferbetrieben durchzuführen.
Die in den Startlöchern stehende Bündnisinitiative zu
existenzsichernden Löhnen, die mit den Produktionsländern Kambodscha
und Indonesien beginnen soll, könnte hierfür ein geeignetes
kollektives Instrument sein. Mit den Veröffentlichungen möchte
SÜDWIND dazu beitragen, dass möglichst alle Mitgliedsunternehmen des
Textilbündnisses, die in Indonesien produzieren lassen, dieser
Bündnisinitiative beitreten.
SÜDWIND wird in diesem von Engagement Global im Auftrag des
Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
finanzierten Projekt die vorliegenden Fact Sheets im kommenden Jahr
durch eine ausführlichere Studie und weitere Fact Sheets zum Thema
der existenzsichernden Löhne ergänzen.
Download | Bestellung:
https://www.suedwind-institut.de/index.php/de/publikationen-318.html
Pressekontakt:
Dr. Sabine Ferenschild
SÜDWIND
Tel.: 0228-763698-16
ferenschild@suedwind-institut.de
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Datum: 26.10.2018 - 08:00 Uhr
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