Sven Plöger in WDR "Quarks": "Klimawandel ist 2018 fühlbar geworden"
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leer wie lange nicht, die Kartoffeln klein und teuer: Das sind die
späten Folgen der trockensten und heißesten Sommerperiode, die NRW
seit Beginn der Wetteraufzeichnung erlebt hat. Auch der derzeitige
Regen bringt keine endgültige Entspannung. Während auf der
UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz über das globale Klima
verhandelt wird, erklärt "Quarks" was das Wetter in NRW damit zu tun
hat (4.12., 15.05 Uhr WDR 5, 21 Uhr WDR Fernsehen, ab ca. 16 Uhr in
der Mediathek: www.wdr.de/mediathek).
WDR/ARD-Wetterexperte Sven Plöger sagt in "Quarks": "Es ist nicht
5 nach 12! Wir müssen auch nicht den ganzen Tag die Apokalypse
ausrufen, dann überlegt man sich, es lohnt sich ja gar nicht mehr,
noch was zu machen. Es ist 5 vor 12! Auf globaler Ebene haben wir
gesagt, was wir tun müssen - jetzt gibt es noch diesen berühmten
Übergang, vom Reden zum Handeln. Wir müssen die Dinge umsetzen, um
gegenzusteuern." Plöger habe noch nie so viele Mails und sonstigen
Anfragen von Zuschauern bekommen, die wissen wollten: Ist das jetzt
eigentlich "nur" Wetter oder schon Klima? "Das heißt, es ist im
Bewusstsein der Menschen, dass 2018 wirklich eine extreme Abweichung
war. Es macht deutlich, wie Klimawandel tatsächlich aussieht. Im
Grunde genommen ist der Klimawandel 2018 haptisch, also fühlbar
geworden."
"Quarks"-Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim: "Dieses verrückte Wetter
2018, das ist eine Warnung an uns alle, denn wir alle sind betroffen.
Hier in Europa mit unseren dicht besiedelten Städten und einer
Bevölkerung, die immer älter wird. Wir werden zunehmend unter der
Hitze leiden. Und deswegen müssen wir alles tun, was möglich ist, um
das Klima zu schonen."
Gemeinsam mit Mai Thi Nguyen-Kim erklärt Sven Plöger Zusammenhänge
zwischen Klima und Wetter, unter anderem, was die Dürre in NRW mit
den Eisbergen in der Arktis zu tun hat: Weil es in der Arktis im
Schnitt wärmer wird, funktioniert der so genannte Jetstream nicht
mehr richtig, das Wetter wird quasi nicht mehr weitergeweht. Plöger:
"Die langsamere Bewegung des Jetstreams sorgt dafür, dass die Hochs
und Tiefs einfach länger an Ort und Stelle bleiben. Und das ist ganz
einfach übersetzt: 2018 blieb das Hoch ewig an Ort und Stelle." Der
Jetstream ist ein starker Westwind, der in Höhen weht, in denen
Flugzeuge und Wolken unterwegs sind. Der Motor für diesen Wind ist
der Temperaturunterschied, der immer zwischen Arktis und Äquator
herrschte, der aber jetzt durch den Klimawandel nicht mehr so groß
ist.
Quarks im Netz: www.quarks.de
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WDR Presse und Information, Steffi Schneck
Telefon: 0221 220 7100
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Datum: 04.12.2018 - 13:00 Uhr
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