Rheinische Post: Unbelehrbar
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Mit dem bevorstehenden Abgang seines Stabschefs ist sie wohl
endgültig gestorben, die Hoffnung, dass sich Donald Trump einhegen
lässt von besonneneren Köpfen. Wenn man einem zugetraut hatte, diesen
US-Präsidenten in ein Korsett halbwegs berechenbaren Regierens zu
zwingen, dann war es John Kelly. Der Viersternegeneral würde für
geordnete Verhältnisse sorgen, er würde Trump vor dessen schlimmsten
Exzessen bewahren, gründliche Debatten ansetzen, so dass
Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus fallen. Das war die
Erwartung, doch nach knapp anderthalb Jahren ist auch Kelly
gescheitert. Trump ist Trump geblieben. Ein dünnhäutiger Egomane, der
auf Dauer keinen Widerspruch duldet. Und das Weiße Haus bleibt ein
Jahrmarkt der Intrigen. Wie das Paar Ivanka Trump/Jared Kushner
verwandtschaftliche Nähe ausnutzt, um die eigenen Günstlinge nach
oben zu bringen, lässt eher an den Hof eines Königs denken als an die
Vereinigten Staaten von Amerika. Bleibt die Frage, wer in diesem
Weißen Haus noch dienen möchte, wenn man von vornherein weiß, dass
dort nur katzbuckelnde Leichtgewichte gefragt sind.
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Datum: 09.12.2018 - 20:38 Uhr
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