neues deutschland: Entwicklungsexperte Theo Rauch: Migration für alle akzeptabel regeln
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grundsätzlich den UN-Migrationspakt, der auf der UN-Konferenz am 10.
und 11. Dezember in Marrakesch verabschiedet werden soll:
"Internationale Migration muss für alle akzeptabel geregelt werden:
für die Migranten, für die Herkunftsländer und für die
Aufnahmeländer", sagte der Honorarprofessor für Wirtschafts- und
Sozialgeographie an der FU Berlin der Tageszeitung "neues
deutschland" (Montagausgabe).
Der Plan, den Migrationspakt ohne öffentliche Diskussion einfach
zu verabschieden, sei jedoch verkehrt gewesen. "Um zu einem breiten
gesellschaftlichen Konsens zu kommen, hätten wir Diskurse gebraucht."
Er selbst hält es für "nicht unproblematisch, dass der Pakt ein etwas
allzu einseitig positiven Tonfall zugunsten Migration hat und die
Probleme weitgehend verschweigt". So würden viele Menschen
unfreiwillig ihre Heimat verlassen und Herkunftsländer gut
ausgebildete Arbeitskräfte verlieren.
Um Migrationszwänge zu verringern, plädiert er dafür, in der
Entwicklungszusammenarbeit den Fokus auf Beschäftigung zu legen. "Die
verstärkte Beschäftigungsorientierung der Entwicklungspolitik unter
Entwicklungsminister Gerd Müller, wie sie etwa im Marshallplan mit
Afrika erkennbar ist, i st durchaus sinnvoll. Entscheidend dabei ist
der Netto-Beschäftigungseffekt: Es müssen mehr Arbeitsplätze
geschaffen als vernichtet werden", betonte Rauch.
Allerdings werde auch "eine konsequent beschäftigungsorientierte
Handels-, Investitions- und Entwicklungspolitik - von welcher wir
noch weit entfernt sind - nicht über Nacht das Defizit an
Beschäftigungsmöglichkeiten beheben können". Deshalb bedürfe "es
neben der Migrationsursachenbekämpfung auch einer aktiven Förderung
legaler Wege für Arbeitsmigration nach Europa", so der
Wissenschaftler, der auch als Gutachter für entwicklungspolitische
Projekte tätig ist.
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Datum: 10.12.2018 - 01:00 Uhr
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